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Sonntag, 8. März 2015

Wer hat erzwungen, dass die dt. AKWs abgeschaltet werden?

Es spricht für die Schlauheit und Regierungskunst von CDU-Chefin Merkel und ihren willigen Meuchlern, dass  sich sich zwar den politischen Erfolg, aber nicht die Haftung und die Risiken für das schlagartige, wie sinnlose Abschalten fast aller dt. Atomkraftwerke zugeordnet hat. Damit hat sie den grünen Faschisten ein wichtiges Thema komplett kaputt gemacht. Es war wohl doch so, dass die dt. Ministerpräsidenten zur GröKaZ gekrochen kamen und die dt. AKWs abschalten wollten. Merkel hat es so gedreht, dass die Länder selbst für die dummen Entscheidungen ihrer politischen Führer haften müssen. Der Schaden dürfte die Steuerzahler ca. 4 Mrd. Euro kosten.

CDU-MP Bouffier fährt gerade das Koch'sche Erbe ein.  Die willigen Energiewendehälse der FDP schweigen betreten. #Gratulation

Sonntag, 13. März 2011

Ausstieg aus der Atomenergie: Sofort?

Der Autor liest diesen Blog von "King' Balance" und möchte ein paar der Überlegungen teilen, die sich daraus ergeben:
Sehr geehrte Frau Dr. Merkel, Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland,
Man wendet sich in diesem "offenen Brief" an die Bundeskanzlerin, das ist eine Frau und sie arbeitet meist in Berlin. Gruss!
das neueste Beispiel aus Japan zeigt, dass die Atomenergie nicht zu kontrollieren ist!!
Man darf und wird annehmen, dass es sich bei dem nicht näher bezeichneten "Beispiel" um die Folgen des Bebens vom 11.03.2011 handelt. Was jetzt daran Beispielhaft ist, bleibt (extra?) der Phantasie des Lesers überlassen: Waren es
  • die vielen Sensoren im Meer, die einen exakten Verlauf des Tsunamis vorhersagen ließen und erlaubten, dass "nur" 10.000 bis 20.000 Japaner zu Tode kamen, statt wie 230.000 Toten bei der letzten großen Tsunami?
  • war es die Tatsache, dass eine Tsunami mit 10m Wellenhöhe mehrere AKWs, die direkt am japanischen Meer stehen, NICHT weggeschwemmt haben?
  • Sind die 54 AKWs nicht sofort abgeschaltet worden oder liefen sie munter weiter, als die Erde unter ihnen bebte?
  • Sind die wichtigsten Teile aller AKWs Japans zusammengefallen wie Kartenhäuser oder stehen sie noch immer?
  • Haben die Japaner für alle AKWs ein (dieselbasiertes) Ersatzsystem vorrätig gehabt und sind diese Ersatzstromversorgungen angesprungen, als sie benötigt wurden?
  • Haben die Japaner auch noch für dieses Diesel-Ersatzsystem ein Batterie-Ersatzsystem?
  • Hat das Ersatz-Ersatz-System funktioniert, als die Diesel ausfiehlen?
  • Das Reaktor-umgebende Gebäude stürzt ein, aber der Reaktor ist nicht beschädigt?
Haben die Japaner, die ja wirklich die Folgen radioaktiver Strahlung und deren Krankheiten kennen wie kein anderes Volk der Erde, in den letzten Jahren gezeigt, dass sie auch mit friedlichen Nutzung der Atomkraft umgehen können? Wieviele Betriebsjahre ohne Notfall sind eigentlich so zusammengekommen?
Japan ist ein hochtechnologiertes Land, Japan kann man keine Nachlässigkeiten vorwerfen und trotzdem steht der Supergau unmittelbar bevor.
Japan ist tatsächlich ein Land mit Hochtechnologie. Große Bevölkerungsteile von Deutschland wollen ja seit dem Aufkommen der Grünen kein Hochtechnologie-Land mehr sein. Vor allem keine Atomkraft, auch keine Magnetbahnen, keine Gen-Technik, keine Nano-Technik, keine Automobiltechnik, keine Pharma-Technik, uvam.
Hochtechnologie bedeutet auch immer Hochrisiko, das Chancen-Hoch wollen sie nicht betrachten, geschweige denn beides offen abwägen.

Kann man Japan, also dessen Regierung oder den Betreibern KEINE Nachlässigkeiten vorwerfen? Natürlich wird man das doch können - wer ist schon ohne Schuld?
  • Der erste Vorwurf ist doch, dass die Japaner noch immer an Hochtechnologie und dessen Nutzen glauben! 
  • Die dauernd wechselnden Regierungen Japans sollen auch schon mal gelogen haben - Kann man der Regierung Japans heute glauben? "Kann man überhaupt irgendeiner Regierung glauben?", fragen sich auch Deutsche, die von ihrer eigenen Regierung nach Strich und Faden verarscht werden.
  • "trotzdem" stehe ein Supergau bevor?
Dem Blogautor scheint der Begriff SuperGAU, wie ihn Wikipedia definiert, unbekannt oder egal zu sein. Es "droht" also nicht nur ein "GRÖSSTER anzunehmender Unfall" (GAU), sondern gleich ein Super-GAU. Hey, es geht noch größer: ich erfinde den HyperGAU: das ist der "unvorstellbar größte Unfall von allem" und die Japaner scheinen gerade sowas abzubekommen. Erst ein äußerst starkes Beben in größter Nähe, dann schlagartig eine Riesen-Tsunami, dann den Ärger mit den AKW und jetzt noch ein Vulkanausbruch.

Der GAU kommt auch nicht irgendwann mal, sondern er kommt zweifellos (=alternativlos) "unmittelbar"!
Leider ist dieser Aufruf / Blog vom Sonntag, das Beben war schon am Freitag, das mit dem UNmittelbar wird wohl eher ein mittelbar. Da kriecht eine kleiner Zeitfresser rein, deshalb müssen irgendwelche Entscheidungen am besten UNmittelbar getroffen werden. Natürlich gibt es dafür nur eine Richtung. Man lässt nicht weiterlaufen, was seit Jahren ohne größere Probleme läuft, sondern ändert UNmittelbar und radikal die Richtung: AUS. JETZT. SOFORT. Um JEDEN Preis. Alle folgenden Konsequenzen sind uns egal, die Konsequenzen werden wir einfach sozialisieren.

Wir sollen als die Situation in Japan nachstellen, am Besten aus dem Stand: Alle AKWs "sofort" abschalten, also SCRAM. Woraufhin die Stromversorgung auch in ganz Europa mit Lichtgeschwindigkeit sich der fehlenden GRUNDversorgung Deutschlands anschließen wird. Wer braucht schon Strom, außer
  • Krankenhäusern, Altersheimen
  • Fabriken, Büros, Werkstätten, Geschäfte, Lagerhäuser, Einkaufsmöglichkeiten
  • Banken und Versicherungen
  • Verkehrsbetrieben
  • Schulen, Universitäten
  • den Menschen, wie Du und Ich.
 --- Keinen Bock mehr ---

Samstag, 12. März 2011

Meltdown in Fukushima? Faktensammlung

Der Autor will aus dieser weltweiten Quelle sammeln, was es an Infos gibt, die Liste wird ständig erweitert.

WICHTIG: Die folgenden Informationen erfolgen OHNE Gewähr aus ungesicherten Quellen, nach bestem Wissen eines NICHT-Fachmannes:
  • Das stärkste, zu erwartende Erdbeben bei Japan wurde mit 8,2 berechnet / geschätzt.
  • Die AKWs sind auf ein Erdbebenstärke bis 8,5 konstruiert / nachgerüstet.
  • Es gab am 10.3.2011 ein Erdbeben im Meer direkt vor Japan, die Erdbebenstärke lag bei 8,9 (?)
  • Dabei haben auch die 6 bestehenden Blöcke im AKW in Fukushima sich sofort abgeschaltet (SCRAM)
  • Dann gab es eine Tsunami vor der Küste Japans, (bis 10m hoch?)
  • Die Stromleitungen, Kommunikationsverbindungen und Straßen in der Nähe sind beschädigt / zerstört.
  • Wenn man ein AKW(-Block) sofort abschaltet, wird im Reaktorkern weiterhin für ca. 2 Tage (?) Wärme produziert.
  • Die abklingende Nachwärme reicht aus, den gesamten Vorrat an Kühlmittel zu verdampfen, wenn nicht weiteres Kühlmittel (Wasser?) zugeführt wird.
  • Die abklingende Nachwärme reicht auch aus, nach dem Verlust des Kühlmittels den gesamten vorhandenen Brennstoff zu schmelzen (Meltdown).
  • Die Wärme des Reaktorkernes / der Reaktorkerne muss abgeführt werden.
  • Die Kühlanlagen brauchen grundsätzlich Strom, die Kühlanlage kann auch ohne Strom Wärme aus dem Reaktorkern abführen. 
  • Die Messgeräte, die Pumpen, die Ventile brauchen Strom
  • Der fremde Strom ist ausgefallen, 
  • das AKW kann auf den anderen Blöcken keinen Strom für sich selbst produzieren
  • Es gibt Diesel-Notstrom-Generatoren.
  • Die Notstromgeneratoren sind nach einer Stunde ausgefallen (wg. Tsunami?)
  • Es gibt (mobile) Diesel-Notstrom-Generatoren.
  • Für die Zuleitung von den mobilen Notstrom-Generatoren zum AKW fehlen Stromkabel (?)
  • (Das Notstrom-System scheint nicht ausreichend getestet zu sein)
  • Wenn das Kühlmittel überhitzt wird, wird es als überschüssiger "Dampf" automatisch aus dem Kühlssystem abgelassen.
  • Der radioaktive Dampf wird in das Reaktorgebäude abgelassen.
  • Das Reaktorgebäude ist so konstruiert, dass es Dampf aufnehmen und behalten kann.
  • Der (Wasser-)Dampf enthält keine bis kaum radioaktive Isotopen, solange die von ihnen umspülten Brennstäbe nicht zumindest teilweise geschmolzen / gebrochen sind
  • Die Halbwertszeit solcher Isotope soll auch sehr gering sein.
  • Das Reaktorgebäude wurde beim Erdbeben und der Tsunami beschädigt (Risse)
  • Der Kühlmittelzuführung braucht Pumpen. 
  • Pumpen brauchen Strom (vielleicht geht auch AKW-eigener Dampf?)
  • Die Japanischen Organisationen sind streng hierarchisch, Entscheidungen werden nicht vor Ort getroffen, sondern (langwierig) über die gesamte Kette abgestimmt. 
  • Die Umgebung im Umkreis von 3km wurde von Menschen evakuiert
  • Die Umgebung im Umkreis von 10km wurde evakuiert
  • Die Umgebung im Umkreis von 20km wird evakuiert (Quelle)
  • Den Menschen im Umkreis von 20km wurden Jodtabletten ausgehändigt (Verhinderung Schilddrüsenkrebs) Quelle
  • Der Kontrollraum soll besonders geschützt gegen radioaktive Strahlung sein.
  • Im oder am Kontrollraum zum Reaktorgebäude wird 1000fach höhere radioaktive Strahlung gemessen.
    (Wobei weder der alte, noch der neue Wert genannt wurden, auch keine Angaben ob oder wann dieses Niveau gefährlich oder verletzend oder tödlich sei)
  • Es wird radioaktives Cäsium in der Reaktorumgebung gemessen (kein Produkt einer Kernschmelze)
  • Die Hilfsorganisationen in Japan haben gleichzeitig auch die riesigen Erdbebenfolgen UND die riesigen Folgen der ersten Tsunami zu bewältigen.
  • Inzwischen (Sonntag Nachmittag, CET) ist auch ein Vulkan in Japans Süden ausgebrochen.
  • Es ist ausschließlich Japan betroffen.
  • Die Hilfsorganisationen und -mittel aus der ganzen Welt werden dorthin geschafft.
  • Die Presse kümmert sich vor allem um die Tsunami (Bildersturm im TV, große Schäden)
  • Die Japaner haben die neuste und beste Technik, genügend Geld, eine funktionierende Regierung und Verwaltung, die bei radioaktiver Strahlung besondere Aufmerksamkeit schenkt, sie haben gute und motivierte, ausgebildete Ingenieure, sie haben mit der Bevölkerung geübt.
  • Es gibt eine Atomaufsichtsbehörde, die internationale Atomenergiebehörde kümmert sich  
  • Japanische Regierung hat "atomaren Notstand" ausgerufen (=Pflicht, u.a. wenn Kühlung versagt)
  • Das AKW Fukushima liegt am Meer, es könnte noch genügend (Meer)Wasser in der Nähe sein.
  • Das Kraftwerk soll 15m über dem Meeresspiegel liegen.
  • Die Tsunami dort soll 7,5m nicht überschritten haben.
  • Wenn noch weitere starke Nachbeben kommen, kann es zu weiteren Tsunamis kommen.
  • Im AKW Fukushima soll es eine "Explosion" gegeben haben, mit weißem Dampf / Rauch (meldet N-TV, beruft sich auf NHK-Video). Meldung wird ergänzt: NICHT im Reaktorraum, es gab mehrere Verletzte.
  • Die dünne Außenhülle am Reaktorgebäude Nr1. teilweise eingestürzt, das stählerne Rahmengestell ist von außen sichtbar.
  • Die Funktion des inneren Reaktorgebäudes zweites Containment ist unklar.
  • Agency: Uranium fuel may be melting at reactor (NHK
  • Es handelt sich um einen Leichtwasser-Reaktor
  • Selbst wenn der ganze atomare Brennstoff zu einem einzigen, reinen Klumpen zusammenschmilzen könnte, kann er NICHT als Atom-Bombe explodieren, da es sich NICHT um waffenfähig angereichertes Uran handelt.
  • Japan. Behörden bestätigen die Kernschmelze in Block Nr.1. Betreiber TEPCO wiederspricht
  • Nebendran steht Block Nr. 2 mit den gleichen Problemen, der geht wohl den gleichen Weg seines älternen Bruders.
  • Insgesamt sind 5 von den sechs vorhandenen Blöcken in Fukushima in Schwierigkeiten. 
  • Der Reaktor Nr.1 von Fukushima ist wohl 100mal leistungsstärker, wie der völlig anders gebaute Reaktor von Tschernobyl. Andere Quellen sagen, Tschernobyl wäre doppelt so leistungsfähig wie Fukushima.
  • Beim Abklingen wird zwischen 5% und 7% der Reaktorgesamtleistung an (Rest-)Wärme frei, das dürften rund 20 GigaWatt sein (?)
  • Die erwähnte "Explosion" kann auch ein sehr schneller (->Knall) Dampfablass sein, dafür spricht auch die weiße Farbe der entstandenen Wolke.
  • 12.03.2011 12:19 Uhr
    Kernschmelze in Fukushima bestätigt

    Die japanische Atomaufsichtsbehörde hat offiziell bestätigt, dass es im beschädigten Atomkraftwerk Fukushima 1 eine Kernschmelze gegeben hat. Das berichtete ARD-Korrespondet Robert Hetkämpfer aus Tokio. (FB)
  • 13:05 BBC Breaking News
    Japanese chief cabinet secretary confirms radiation leakage occured from explosion at #Fukushima nuclear power plant - Reuters
     
  • Neues Erdbeben vor der Küste Fukushimas, Stärke ca. 6 (Quelle)
  • Reaktorgebäude Nr.1 wird jetzt mit Meerwasser geflutet (gespült?), um die Temperatur zu senken. Dies wird wohl zwei Tage brauchen, dauern, anhalten (Quelle, Quelle2)
  • Zunächst hatte ein japanischer Fernsehsender berichtet, es habe sich "die erste nukleare Kernschmelze auf japanischem Boden" ereignet. Ministerpräsident Kan versicherte bei einer Pressekonferenz jedoch, es habe keine Kernschmelze stattgefunden. "Aus dem Reaktor tritt keine Radioaktivität aus." Die Strahlungsbelastung rund um das Kraftwerk sei bereits dramatisch gefallen. (Facebook)
  • Mögliche Auswirkungen als "radioaktive Wolke" ziehen wohl aufs offene Meer (Pazifik) (Quelle)
  • Die weltweit am häufigsten zu lesende Sprache im Twitter für #Fukushima ist "deutsch". Viele drücken ihr Mitgefühl und Bedauern mit Japan aus. Viele deutschsprachige Twitter hetzen gegen Politiker, gegen hiesige Atomkraftwerke oder deren Betreiber.
  • Fukushima Block Nr. 3 konnte ebenfalls sauber abgeschaltet werden. 
  • ...
Ihre Kommentare können die Liste vervollständigen. Bitte nur (technische, organisatorische) Fakten, keine politischen Bewertungen, keine Häme.

Aus dem NAIIC-Bericht:

On March 11, 2011, the Great East Japan Earthquake triggered an extremely severe nuclear
accident at the Fukushima Daiichi Nuclear Power Plant, owned and operated by the Tokyo
Electric Power Company (TEPCO). This devastating accident was ultimately declared a
Level 7 (“Severe Accident”) by the International Nuclear Event Scale (INES).
When the earthquake occurred, Unit 1 of the Fukushima Daiichi plant was in normal
operation at the rated electricity output according to its specifications; Units 2 and 3
were in operation within the rated heat parameters of their specifications; and Units 4 to
6 were undergoing periodical inspections. The emergency shut-down feature, or SCRAM,
went into operation at Units 1, 2 and 3 immediately after the commencement of the seismic activity.
The seismic tremors damaged electricity transmission facilities between the TEPCO
Shinfukushima Transformer Substations and the Fukushima Daiichi Nuclear Power
Plant, resulting in a total loss of off-site electricity. There was a back-up 66kV transmission line from the transmission network of Tohoku Electric Power Company, but the
back-up line failed to feed Unit 1 via a metal-clad type circuit (M/C) of Unit 1 due to mismatched sockets.
The tsunami caused by the earthquake flooded and totally destroyed the emergency
diesel generators, the seawater cooling pumps, the electric wiring system and the DC power
supply for Units 1, 2 and 4, resulting in loss of all power—except for an external supply
to Unit 6 from an air-cooled emergency diesel generator. In short, Units 1, 2 and 4 lost all
power; Unit 3 lost all AC power, and later lost DC before dawn of March 13, 2012. Unit 5 lost
all AC power.
The tsunami did not damage only the power supply. The tsunami also destroyed or
washed away vehicles, heavy machinery, oil tanks, and gravel. It destroyed buildings,
equipment installations and other machinery. Seawater from the tsunami inundated the
entire building area and even reached the extremely high pressure operating sections of
Units 3 and 4, and a supplemental operation common facility (Common Pool Building). 


Als Quellen dienen:

Freitag, 21. August 2009

SPD: AKW Biblis bis Ende 2009 abschalten

Das SPD-Präsidium tagte... und kommt zu erschütternden Erkenntnissen: Biblis wird Ende 2009 abgeschaltet. Nehmen wir mal mit der SPD-Führung an, das stimmt, weil der nächste Bundesminister für Reaktorsicherheit wieder von der SPD gestellt wird: Was sind die Folgen für Hessen, für Deutschland und Europa, wenn die Große Koalition die Stromproduktion aus Biblis abschaltet?

Strom kann man schlecht speichern, er muss zu dem Zeitpunkt "produziert" werden, wenn er "verbraucht" wird. In Hessen hängen an der Stromversorgung beispielsweise der Flughafen Frankfurt (FAG), die Stadt Frankfurt mit den verbliebenen Versicherungen und Großbanken und deren Rechenzentren und last but not least die anderen 6 Mio. Hessen. Vielleicht sind noch weitere Städte und deren Menschen der angrenzenden Bundesländer angeschlossen, wie Rheinland-Pfalz unter Führung des gescheiterten SPD-Vorsitzenden Beck.

Die Prozesse und IT-Programme in Banken-Rechenzentren schlafen nie, sie müssen immer laufen und sie müssen immer funktionieren, weil die Banken zu jeder Zeit Gelder anlegen, umverlagern, zurückfordern müssen. Fällt die EDV einen Tag aus, ist die Bank bankrott.
Die Geräte in Krankenhäusern sind nie alle abgeschaltet, die Geräte in der Telekommunikation für Telefon, Handy und Computer schläft nie und braucht Strom (auch das DE-CIX) . Die Kühlanlagen der Supermärkte, die Öfen in den Bäckereien, die Druckmaschinen der Tageszeitungen, die Pumpen der Tankstellen, die Bankautomaten schlafen nicht, bei der Bahn sind immer strombetriebene Züge unterwegs, Ampeln und die Straßenbeleuchtungen leuchten brav....

Um den jederzeit notwendigen Strom bereitzustellen, der benötigt wird, produzieren die Atomkraftwerke (AKW) in Biblis 70% des hessischen Stroms für die sogenannte "Grundlast ". Auf die Grundlast kommt die "Mittellast" und die Spitzenlast. Anbei eine erläuternde Graphik für die tägliche Verteilung der Last. Es gibt neben den Tageshochs aber auch die Lastverteilung im Jahr zu betrachten. Der höchste Tagesspitzenverbrauch des Jahres ist dann der "Jahresspitzenverbrauch". Für den Jahresspitzenverbrauch muss eine entsprechende Jahresmaximal-Stromproduktion vorbereitet und auch durchgeführt werden. Die dafür notwendigen Kapazitäten aller Stromproduzenten in ganz Europa richten sich auf diese Spitzenlast aus, nicht auf irgendeinen Durchschnittsverbrauch, nicht auf einen Minimalbedarf. Die Stromproduzenten achten auf die notwendige Kapazität, denn hat man zuviel Kapazität und sie wird nicht gebraucht, ist die Produktionskapazität unnütz und zu teuer ("Leerkosten").

Entnimmt man aus dem Stromnetz mehr Leistung, wie gleichzeitig bereit gestellt werden kann, bricht das Stromnetz zusammen. Kommt der Strom wieder, werden auch angeschlossenen "Verbraucher" sofort versuchen wieder Strom zu nutzen (weil sie ihn nutzen müssen, z.B. für Herz-Lungen-Maschinen?!). Beim Anlaufen von Verbrauchern (Fahrstühlen, Fernsehern, PCs,...) wird mehr Strom gebraucht, wie für den laufenden Betrieb ("Anlaufstrom"). Das gerade wieder aufgebaute Stromnetz wird wieder überlastet und bricht wieder zusammen.

Beim letzten größeren Stromnetzzusammenbruch 2005 pflanzte sich der Fehler bis Frankreich, Belgien, Östereich, Dänemark und Italien fort: Man "sprach in diesem Zusammenhang von einer Kettenreaktion und einem Kartenhaus-Phänomen". Der Jahresspitzenverbrauch wird an Weihnachten 24.12. 2009 sein, gegen 20:00h, also am besagten Jahresende 2009.
Willkommen in der post-industriellen Gesellschaft Europas, wo es schlagartig kein Eigentum an Produktionsmitteln mehr gibt, keinen Fluglärm mehr, keine Staus mehr, keine Banken, kein Geld, keine Arbeitgeber und keine Arbeitsplätze, keine Steuern, keine Dateien,... keinen Strom.

Dienstag, 18. August 2009

Anti-Atomkraft oder Lügen bis sich die Balken biegen

Die Tage erdreistete sich mal wieder eine der vielen Anti-Irgendwas-Organisatoren auf sich aufmerksam zu machen, diesmal mit den Thema "Erdbeben". Man behauptet dort 100 (nicht 99, nicht 101) "gute" Gründe gegen Atomkraft zu haben, prüfen wir als Stichprobe den erwähnten 25. guten Grund mal näher...
#25 Erdbebengefahr
Atomkraftwerke sind nicht gegen Erdbeben geschützt.
Uff - AKW sind / waren / werden (gar-)nicht gegen Erdbeben geschützt?? Im Land der Ingenieure, im DIN-Land, nach 50 Jahren Atomgesetzen, Atomindustrie? Echt überraschend!!
ABER: Wie man durch Eingabe einer einfachsten Suche ("Erdbeben Biblis") sich überzeugen kann, sind viele interessante Artikel und Dokumente inzwischen im WWW eingestellt, z.B. die
STELLUNGNAHME der Arbeitsgruppe SEISMOLOGIE des RSK-Ausschusses ANLAGEN UND SYSTEMTECHNIK
Bemessungserdbeben am Standort Biblis
von hier. Ein Zitat aus dem zweiten Absatz gefällig?
Zur Sicherstellung der atomrechtlich geforderten Schadensvorsorge sind deutsche Kernkraftwerke gemäß den geltenden Sicherheitskriterien [R1] und Leitlinien [R2] auch gegen Erdbeben auszulegen.
Dumm gelaufen, 100 "gute" Gründe. Haha. Deutsche AKW müssen doch geschützt werden. Werden sie auch. Wird auch geprüft, kontrolliert, dann erst Betriebsgenehmigung.
"War nur der Teaser, nur die Überschrift, der Text ist aber in Ordnung" wird man sagen ;-) Schauen wir mal weiter...

Weiter behauptet man von interessierter Seite im besagten Text:
Fessenheim bei Freiburg, Philippsburg bei Karlsruhe und Biblis bei Darmstadt – alle drei Atomkraftwerke stehen im Oberrheingraben, der seismisch aktivsten Zone Deutschlands. Trotzdem sind sie wie alle Reaktoren in Deutschland;nur leicht gegen Erdbeben gesichert.
Man möchte sich informieren und sucht nach "AKW Fessenheim"... Das ist gar kein deutsches Kernkraftwerk! Es steht an der deutsch-franzöischen Grenze auf der französischen Seite, unterliegt also erstmal nicht deutschen Sicherheitsrichtlinien und Atomgesetzen. Halten wir fest: die genannten "deutschen" AKW sind NICHT (alle) deutsche AKW. Boing#2

Erst sind die AKW nicht geschützt, dann sind sie "leicht" gesichert. Boing#3 Was denn nun? Rechnen die Autoren damit dass die Zielgruppen nur ein Kurzzeitgedächnis von 2 Sekunden haben?

Boing#4: Was meint "leicht"?
  • "Leichtes Wasser", aber 40t davon ?
  • "Wenn man leicht dagegen tritt, fällt es nicht um"-leicht?
  • "Die Titanic hat den Eisberg nur leicht gestreift"-leicht?
  • "Wenn eine Gruppe Deppen draufklettert und ein Transparent drauf ausrollt, bricht es nicht zusammen"-leicht?
  • 5,6 auf der "nach oben offenen" Richter-Skala (Messgrenze war übrigens bei 6,5, physikalisches Ende bei ca. 9,5)
Boing#5 : Was ist - nach den Autoren - der Unterschied von "gesichert" und "geschützt"? Am besten stellt sich der anti-atom-Leser einfach selbst was vor, bleibt im tiefen Ungewissen seiner eigenen, begrenzten Vorstellungskraft und damit immer auf der richtigen Seite. (Haben Sie auch den Film "Erdbeben" gesehen? DAS war noch GARNIX! "Besuchen Sie Europa, solange es noch steht!")

Boing#6: Über das erstgeannte (französische) AKW Fessenheim wird ohne Quellenangabe behauptet:
Das Atomkraftwerk Fessenheim etwa würde ein Beben, wie es 1356 die Stadt Basel zerstörte, nur überstehen, wenn das Epizentrum mindestens 30 Kilometer entfernt wäre.
In der Liste ist das Baseler Erdbeben enthalten, nur die Stärke ist nicht erwähnt, das "Epizentrum" und dessen Lage ist auch nicht erwähnt, die Tiefe ist nicht erwähnt - es gab vor 500 Jahren so wenige Atomkraftgegener, die sowas aufzeichnen konnten... Im weiteren Wikipedia-Artikel wird das vermutliche Epizentrum dagegen angegeben - noch ein paar Kilometer südlicher von Basel - was interessiert uns das jetzt ?

Wenn das "Baseler Erdbeben" das stärkste Erdbeben nördlich der Alpen war (von dem noch Aufzeichnungen vorhanden sind), mit was wird da verglichen? Täglicht gibt es Erschütterungen im Rheingraben, meistens von Menschen nicht spürbar ("Mikrobeben"). Irgendwann muss mal irgendwo das bisher stärkste Beben gewesen sein, also werden hier Extremwerte verglichen. Genauso extremistisch könnte man sagen, dass ja der Kontinent Europa ja am Rheingraben auseinanderdriftet, also in 300 Mio Jahren 5000 Km von Deutschland entfernt liegt.

Vernünftig ist die zu betrachtende Zeiträume einzuschränken, um zu halbwegs verlässlichen Daten zu kommen. Vernünftig ist zu prüfen, was in der Nähe an Erdbeben war, nicht was irgendwo anders passierte. Dies wurde getan.

Was ist mit der genannten Entfernung von 30km? Basel ist nach Google Maps 50 km entfernt, das damalige Epizentrum noch weiter. Auf der Oberfläche gemessen - was ist mit der Tiefe eines Erdbebens? Nemen wir noch ein Naturgesetz dazu: Die Energie sinkt quadratisch mit der Entfernung.
Ob sich die Kräfte im Untergrund daran wohl halten?
Halten sich irgendwelche Kräfte an das, was im Internet behauptet wird? Sind die 100-guten-Gründe gottgleich und stärker wie die Natur? So doof möchte man sein, so verstiegen zu argumentieren. Aber schön plakativ und eingängig ist es, ideal für Gutmenschen und andere "Konsumenten" und "Endverbraucher".

Konzentrieren wir uns auf die einzigen hessischen AKW in Biblis. Zitiert wird die Klageschrift des IPPNW. Ist die deshalb richtig? Ist sie ehrlich? Wissenschaftlich wahr? Wer weiß? Wie man sich bitte selbst überzeugt, hat auch der böse, böse Betreiber und Profiteur (=Daseinszweck eines Unternehmens) RWE zur Sicherheit gegen Erdbeben Stellung genommen (S.12)
Seismologen erwarten zwischen Mannheim und Darmstadt allerdings deutlich stärkere Stöße.
Schuhverkäufer erwarten Schuhkäufer, Polizisten erwarten Kriminelle, Seismologen erwarten Erdbeben, soweit - so logisch. Sie bekommen ja auch immer wieder welche zu sehen, ca. 8000 pro Tag. Nur im Rheingraben.

Seismologen, die starke Erdbeben erfolgreich vorhersagen könnten, wären eine Weltnachricht! Man denke an das Weihnachtserdbeben mit der Flutwelle in Sri Lanka, bis Thailand. Aber nur die Anti-Atom-Kritiker erfahren von so einer Supernachricht, verwenden sie aber zur abstrakten "Warnung" vor Erdbeben unter Atomkraftwerken und nicht zur Warnung von Tausenden Menschen in Japan und in Mexiko??

Nehmen wir also nach dieser Prüfung den Schluss von einem vermeindlichen auf 100-gute-Gründe vor: "gewogen und für zu leicht befunden". Das kann kein Versehen sein, Fehler machen viele, viele Fehler macht man absichtlich. Das ist die Schwelle vom Irrtum zur bewussten Propaganda, Agitation und Lüge.

Besuchen Sie auch http://www.wdr.de/tv/quarks/sendungsbeitraege/2007/0612/004_erdbeben.jsp

Freitag, 3. Juli 2009

GreenIT und der Stromverbrauch?

Fa. Sylphen aus Gießen, schreibt in Twitter:
Computer verbrauchen in Deutschland 55 TWh Strom! Das sind ungefähr 5 Atomkraftwerke: http://tinyurl.com/lrvd9p #greenit
Ich möchte das aus betriebswirtschaftlichem Interesse an (Enterprise-)IT ein wenig analysieren: 1. Was versteht Sylphen unter
Computer?
Das mag vom einfachsten Netbook bis zu Europas schnellten Großrechnenzentrum in Jülich reichen. Die Spitzenrechner gibt es einmal, die Notebooks gibt es zutausenden.

Es wäre auch interessant, zu erfahren, wer sich mit welchen Annahmen hingesetzt hat und wie "Computer" von allen anderen Stromverbrauchern abgegrenzt wurden, denn zu den Rechnenzentren gehören ja auch die Klimaanlagen und Wärmepumpen, die die in den Rechnern und Racks erzeugte Wärme nach Draussen transportieren und "Kühle" hereintransportieren sollen. Man glaube ich annehmen, dass diese Anlagen ebenfalls mit Strom betrieben werden und ungefähr die Hälfte ausmachen? Eine Hälfte erzeugt, die andere kühlt & pumpt.

Schaut man in die angegebene (Sekundär-) Quelle des Bundesministerium für Wirtschaft (BMWi, Guttenberg), so steht dort, dass 60% von privaten Haushalten verbraucht werden, die in Deutschland nicht bei jedem Gerät auch eine Klimaanlage haben - es sind die Fernseher und nicht die Computer!? Die eigentliche Quelle unterscheidet sich in den Aussagen nochmals von dem des Ministeriums. So hat halt jeder seinen Zweck und seine Message zu transportieren.
"in Deutschland"
meint sicher die Computer, die innerhalb des deutschen Staatsgebietes aufgestellt sind, egal von wo auf der Welt diese genutzt werden. Es betrachtet erstmal nicht, ob deutsche Anwender Computer in anderen Ländern benutzen. Es betrachtet nicht, ob "ausländischer" Strom auch "deutsche" Computer versorgt.
55 TWh Strom
55 TW =
55.000 GW =
55.000.000 MW =
55.000.000.000.000 Watt = eine Zahl mit 12 Nullen VOR dem Komma. Ziemlich beeindruckene Zahl, sieht ziemlich groß aus!

Nach dieser Liste stehen in Deutschland noch 12 AKW unter Last (wenn man cum grano salis mal vom rauf- und runterfahrenden AKW Krümmel absieht), mit
installierten Bruttogesamtleistung von 21.465 MW
was man auch als 21 TW angeben könnte? Irgendwie schaffen es "die Computer in Deutschland" doppelt soviel Strom zu verbrauchen, als ingesamt hergestellt werden kann. Verblüffend!

Wenn die Computer durchlaufen, verbrauchen sie meist den gleichen Strom, laufen sie unter Voll-Last noch ein wenig mehr. Mehr Wärme, mehr Kühlung. Beides kostet ne Menge Geld, gerade wenn in Deutschland auf die (gerade die kleinen) Stromverbraucher zwangsweise die Subventionierung der Grünen Öko-Spinner umgelegt wird. Großverbraucher bekommen Rabatte und Befreiungen...

Ursache - Wirkung

Durchlaufende Rechner werden mit der "Grundlast" bedient und dafür sind die deutschen AKWs klasse, günstig und recht sicher. Die Gesamtleistung richtet sich nach dem Spitzenverbrauch. Wir haben soviele Kraftwerke, damit sie so viel Strom produzieren können, weil an dem Spitzenverbrauchstag (=24. Dezember jeden Jahres!!) genügend Strom abgefordert werden kann.

Was ist die eigentliche Message? Kauft die neuesten Rechner, die mit dem teuer erzeugten Strom sparsamer umgehen, die man dazu noch weniger kühlen muss. Dem kann man nur zustimmen, wenn man betriebswirtschaftlich den Break-Even mal gefunden hat. Denn zur stromsparenden Umrüstung gehören ja auch Umbauten am RZ, an der Klimaversorgung, Konzeption, Architektur, Genehmigungen, Ausfälle, etc. pp.
Wer an kritischer Würdigung seiner Situation oder bisheriger Konzepte angesichts des vielleicht steigenden IT-Kostenbewusstseins des Managements interessiert ist, sollte sich vielleicht / unbedingt extern und neutral beraten lassen.