Montag, 25. April 2011

Melonige Panik

Der Autor hat gestern mit einer Atomkraft-Gegnerin diskutiert. Dabei ist mir klar geworden, dass sie (und andere?) völlig "verkrampft" sind. Deren Gedanken dreht (/drehen?) sich m.E. hauptsächlich um dieses Szenario, was seit den 80er Jahren in Schule, Universität, Medien immer wieder herbeigeredet und -geschrieben wird:
  • Alle (wirklich alle!) Ressourcen auf dem Planeten sind nur begrenzt vorhanden
  • UND sie werden bald (ganz bald!) zuendegehen 
  • UND wenn wir bis dahin nicht die "erneuerbaren Energien"
  • UND lokale gesunde Nahrungsversorgung 
  • UND eine langfristig intakte, stabile Umwelt haben, 
  • dann wird es ganz, ganz schlimm für alle Menschen.
Der Autor sieht die Melonigen in deren Vorstellungswelt "mit dem Rücken an der Wand" und "vor einem tiefen Abgrund" stehen. Die aus meloniger Sicht dummen, kindischen, egoistischen, kurzfristigem oder profitorientierten Denken verhafteten Mitmenschen hätten den vermeindlich tödlichen Ernst der empfundenen Situation noch immer (unverständlicherweise) nicht verstanden. Die anderen Menschen sind also naiv und/oder ungebildet und glauben (noch) nicht an die bekannten Prophezeiungen des nahen(den) Weltuntergangs. Sie sind noch Ungläubige am melonigen Untergangsglauben und -hoffen. Die Mitmenschen müssen -wie Kinder- zu deren eigenem Schutz und Nutzen von den bereits ökologisch Erleuchteten "geführt" oder in dieser empfundenen Notsituation auch mit allen Mitteln gezwungen werden, sich und den Rest der Menschen und Tiere und Pflanzen zu schützen bzw. zu "retten".

Es gibt mehrere denkbare Gründe für den Weltuntergang, alle Katatstrophen-Gründe ergänzen und verstärken sich gegenseitig. Die Welt wird nicht irgendwann verbrennen, sie brennt bereits lichterloh. Dann ist es richtig, dann es ist auch "gerecht", wenn die sonst hilflose, wenigen, kleinen Feuerwehrleute halt ein paar Mauern oder Häuser der Nachbarn einreißen, damit halt nicht alles verbrennt.

Wegen dieser (Ur-)Angst sind die Melonigen bereit, alles -wirklich alles- zu tun. Es ist die existenzielle Krise, zu deren Bewältigung ihnen alle Mittel erlaubt und geboten sind. Da kann keine kleinliche und egoistische Rücksichtnahme auf (grund-)gesetzliche Feinheiten mehr geduldet werden. Da muss durchgegriffen werden, damit die Menschen überhaupt noch eine Überlebenschance haben. Da zählt keine Eigentumsrechte, da zählen keine Gesetze, da ist sogar das Grundgesetz egal, in dem ja schließlich als "ultima ratio" auch ein Widerstandsrecht eingeräumt wird, auf welches sich die melonigen Terroristen zu jedem Thema und jedem Problem gerne als legale Grundlage berufen.

Dass die befürchtete Katastrophe noch immer nicht eingetreten ist, ist natürlich keinerlei Grund zu einer wie auch immer gearteten Entspannung. Die von allen Medien, allen Respektspersonen und Fachleuten (Lehrern, Professoren, evang. Bischöfen, Sozialwissenschaftlern, Greenpeace, Ärzte gegen den Atomkrieg, DKP, etc) angekündigte ökologische Katastrophe wird daher wohl noch schneller, eher, schlimmer und plötzlicher losbrechen. Seit 30 Jahren wurde nicht genug getan, also "muss" man jetzt das Ruder in noch viel größeren Ausmaß in die alternativlose Richtung Ökologie herumreißen.

Es ist gerade jetzt keine Zeit für irgendwelche Untersuchungen, um die zugrundegelegten Annahmen und Voraussetzungen zu überprüfen, es wird melonigerseits auch nicht mal als notwendig angesehen.
"Jeder weiß doch, dass die Ressourcen begrenzt sind"! 
Zum Beispiel seien"die Ölvorräte in 20 Jahren völlig erschöpft", vorbei, vertan, verbraucht. Wenn man erwidert, dass diese Prognosen aus dem Club-of-Rome-Bericht aus dem Jahr 1973 stammen und sich auf das Jahr 1993 beziehen, sich bereits vor 20 Jahren als falsch erwiesen haben, ist das Gegenüber kurz verwirrt: "Nein, die beziehen sich auf jetzt +20 Jahre", also 2031, liegen in der Zukunft und sind einer Überprüfung nicht unterziehbar.
Wenn man erwähnt, dass bekanntlich dauernd neue "Öl-Reserven" gefunden werden, dann ist das alles nicht wahr, von den Medien erlogen, irrelevant.

Wichtig ist auch der Satz:
Wenn die Ressourcen dann plötzlich aufgebraucht sind, dann ist keine Zeit mehr, etwas anderes zu erfinden oder zu bauen, also müssen wir es jetzt schneller herbeischaffen.
Die Wissenschaft hat nach meloniger Ansicht fast komplett versagt. Gerade die unverstandenen Naturwissenschaft und Ingenieurswissenschaften sind sogar mitschuld an diesem verhassten technischen Fortschritt, der ja erst zu der Ressourcenknappheit und in die Gefahr führte.
Sterben nicht jedes Jahr 4000 Menschen in Deutschland wegen des un-ökologischen Individualverkehrs? Muss das so bleiben? War es nicht früher schöner, als man noch auf jeder Straße spielen konnte? Wie kann diese FDP das Sterben dulden oder sogar staatlich durch Neubauten oder Straßenerhalt fördern?
Man kann doch -während alles brennt- nur schnell auf die tollen Ideen der melonigen Meinungsführer zurückgreifen. Wir bauen in der Wüste ein paar Spiegel auf und alles wird gut. Die 200 Milliarden Euro sind doch für die melonigen Gläubigen kein Problem - sie selbst haben natürlich nicht so viel Geld zur eigenen Verfügung, aber sie zögern nicht schuldhaft, sich einfach fremdes Geld und fremdes Eigentum zu nutze zu machen:
  • Früher nahm man alles den Juden. 
  • Heute nimmt man es der Mittelschicht, den Steuerzahlern, den Harz4-Empfängern über die Stromrechnung, als Minderung der H4-Erhöhung, als demographischer Faktor bei der "angesparten" Rente.  
  • Morgen werden sich andere finden, die außerhalb der eigenen Gruppe stehen.
Update1
Auch andere Blogs setzen sich mit der melonigen Gefühlswelt mit Zitaten derer Protagonisten auseinander:
Stewart Brand schrieb im Whole Earth Catalogue: “Wir Ökofreaks, wir haben uns eine Katastrophe oder eine soziale Veränderung gewünscht, die uns in die Steinzeit zurück bombt, so dass wir leben können wie die Indianer in unserem Tal, mit unserem Lokalpatriotismus, unserer adäquaten Technologie, unseren Gärten, unserer hausgemachten Religion – endlich frei von Schuld!“ Quelle
Eine Zitatesammlung der Ökospinner findet sich hier.
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