Sonntag, 6. Juni 2010

Was so alles passiert ... II

In den letzten Jahren (vulgo: "früher") konnte sich ein Partei-Mitglied bestenfalls per Brief oder "moderner" mit Telefon oder noch moderner mit "FAX" an die Parteispitze wenden. Jeder bekam bestenfalls eine hektographierte Standardantwort zurück a la "bestätigen den Eingang ihres Schreibens... sehen das anders.... " (vulgo: LMAA). Manchmal bekommt das Mitglied auch gar keine Antwort - was auch eine klare Reaktion ist.

Geändert hat sich solche Frage- oder Protest-Briefe von einzelnen natürlich gar nichts. Einer, der einer gesamtdeutschen Parteiführung schreibt KANN doch GAR nicht ERWARTEN, dass seine (Einzel?)Meinung etwas bewegen würde. 

Jeder Einzelne konnte dabei NICHT wissen, ob NUR er/sie dieses Thema bewegt, diese Frage hat - aber die zentralen Geschäftstellen und die Parteiführungen konnten es durchaus wissen und sie schwiegen darüber. Jedem der (Hundert)Tausenden Einzelnen kann man erklären, dass sein Thema eine Einzelmeinung ist, dass NUR er so denkt, NUR er das so will - selbst wenn in der Führung bekannt ist, dass es sich um viele handelt. Es fehlte an Transparenz in der politischen Willensbildung.  

"Geführt" wurde auch und gerade in den deutschen Parteien nach dem FÜHRER-Prinzip, wie es bis zur jüngeren Vergangenheit üblich war. Einer sagt, wo es lang geht, die Meute will (und will sie nicht, dann muss sie halt) folgen. Wer aus der Meute heraus jegliche Kritik an der Führung äußert, kann nicht mehr Teil der Meute sein?

Man will "nach außen" Einigkeit darstellen, hat aber intern mit seinen Leuten keinerlei Diskussionen herbeigeführt, keine Gründe, keine Vorteile dargestellt, hat sich kein Plazet abgeholt, keinen Rückenwind? Was soll das für eine "Einigung" sein? Das ist eher Kadavergehorsam oder Nibelungentreue.

Viele Parteiführungen sind inzwischen abgehoben, kreisen in ihrer eigenen glücklichen, kleinen Welt und haben mit der Realität der manchmal erwähnten Krankenschwester rein gar nichts mehr zu tun. Die Parteiführung wird von den üblichen Speichelleckern und Ja-Sagern umkreist, die im näheren Dunstkreis ihr artgerechtes Zuhause haben, selbst gut vom Herzblut der Steuerzahler leben und sich als etwas besseres dünken.

"Das ist die Politik! Das ist so!" sagen manche. Der Autor fragt: "das mag schon so sein, dass es HEUTE genauso ist. Die Frage ist nur, ob DU und ICH das auch noch MORGEN noch so haben wollen!?"
Wollen wir im friedlich vereinten, aber sozialistisch erstarrten Deutschland nicht auch endlich unseren Anteil an "Glasnost" und "Perestroika".


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