Montag, 29. Juni 2009

Einführung der Doppik

Welchen konkreten Nutzen hat eigentlich die Einführung der Doppik für die Städte und Gemeinden in Hessen?

Alle Gemeinden stellen von Kammeralistik auf Doppik um, da muss doch irgendjemand einen Sinn drin gesehen haben. Da müsste es Vorteile geben, die die Nachteile und den Umstellungsaufwand zu überwiegen. Der Umstellungsaufwand ist bestimmt nicht gering (wer benennt ihn eigentlich? Was kostet die Umstellung in Gießen, z.B. pro Bürger), z.B. zur Umschulung der städtischen Mitarbeiter, wieviel die Umstellung der Software, der Formulare? Wie sind die Bilanz-Empfänger auf die geänderten Unterlagen vorbereitet worden? Wie sind die Stadtverordneten vorbereitet, wie die Amtsleiter?

Die bisherigen Zahlen werden nur anders dargestellt - Raider heisst jetzt Twix, sonst ändert sich nix? Ein paar Fragen:
  • Wie wurde die Aussagekraft der Zusammenstellung verbessert, wie die Transparenz?
  • Wie bewertet man die Kanalisation? Wie die Büroausstattung der Verwaltung?
  • Welche Kennzahlen nimmt man für die Bürgerhäuser? Anzahl der Veranstaltungen oder Anzahl der Besucher?
  • Wie stellt man Opportunitätskosten dar, z.B. für den Fuhrpark oder die EDV-Ausstattung?

Sekundäre Empfänger

Wer ist ein Empfänger der Doppik-Informationen? Zuerst ist der Magistrat zu sehen. Er steuert und verantwortet alles. Dazu kann man die Amtsleiter und Mitarbeiter rechnen, denen die Zahlen und Konzepte ein Leitfaden für das Handeln sein sollten. Darüber hinaus gibt es weitere Empfänger - z.B. die Geldgeber! Wird dem Stadtparlament eine Eröffnungsbilanz vorgelegt? Ein Anlagespiegel? Ein Bericht über die gewählten Bewertungsmaßstäbe? Ist so etwas aus dem Internet heraus für die Bürger erhältlich, damit sich diese informieren können und (über die Stadtverordneten) entsprechenden Druck machen können?

Ich fürchte mal, das alles gibt es nicht. Lassen sich die (FDP-)Abgeordneten das bieten? Ja oder doch... Es ist ja nicht (allein) deren Geld, sondern das unsere!
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