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Mittwoch, 29. Juni 2011

Lesen, Schreiben, Statistik

"Zu Beginn des 20. Jahrhunderts hat der Science-Fiction-Autor Herbert George Wells in seinen politischen Schriften prophezeit: Wenn wir mündige Bürger in einer modernen technologischen Gesellschaft möchten, dann müssen wir ihnen drei Dinge beibringen: Lesen, Schreiben und statistisches Denken, das heißt den vernünftigen Umgang mit Risiken und Unsicherheiten. Wie weit sind wir heute, fast 100 Jahre später, gekommen? Nun, wir haben den meisten von uns Lesen und Schreiben beigebracht, aber nicht den Umgang mit Risiken und Unsicherheiten und nicht statistisches Denken. "
geklaut bei Gottfried Hoppe
und http://www.bfr.bund.de/cm/350/rechtfertigen_gefuehlte_risiken_staatliches_handeln_tagungsband.pdf

Sonntag, 12. Juni 2011

Warum Föderalismus gut ist

Immer wieder wird von Bundespolitikern auf den unteren Ebenen hineinregiert:
"Schavan will Haupt- und Realschulen zusammen legen."
Das Grundgesetz (GG) sagt uns, dass dieser Staat neben der Bundesebene AUCH aus Bundesländern besteht. Warum wohl ist diese schlaue Regelung aufgenommen worden?

Der Autor glaubt, dass die Erfahrungen, dass im 3. Reich "ein Volk, ein Reich, ein schlechter Führer", dazu einen guten Anlass boten. Auch in der DDR-Diktatur wurden die vorhandenen Bundesländer ja zentralisiert. Aus dieser einen Zentrale wurde dann ALLES schlecht regiert. Jede politische (Fehl)Entscheidung betraf dann alle Bürger, darunter alle Kinder - das war zwar nicht schlau oder gut, aber es war doch GERECHT und das ist schließlich das wichtigere!

FALLS die zentralen, obersten Entscheidungen mal gut und weise wären, wer will etwas dagegen sagen? Wenn aber -wie so oft- die zentral und "oben" getroffenen Entscheidungen nicht gut und nicht weise sind, wie kann man dem entkommen, wenn sich alle daran halten müssen?

Bei uns sollte das anders sein, besser sein. Hier sollten sich die Bundesländer einen Wettbewerb auch und gerade in der Bildung liefern, wo verschiedene Konzepte ausprobiert werden können (und müssen?). Das bessere sollte sich durchsetzen, das schlechtere System verdrängen - daran glaubten die Väter und Mütter des Grundgesetzes.

Was ist nur daraus geworden? Nicht nur die Roten zieht es wieder zur Zentralplanwirtschaft zurück, auch Liberale fordern ein Durchregieren von Oben bis nach ganz Unten. Anstatt froh und dankbar für die vielen Möglichkeiten zu sein, wird ganz offen von "Chaos" gesprochen, Verschwendung von Steuerzahlermittel offen eingestanden, die Wechsel zwischen den Bildungssystemen erschwert (sei es auf Kindergarten-Ebene bis zum Universitätsabschluß).

Viele Kleinere verlieren Einfluß, ein Großer gewinnt mehr Einfluß - dies müsste doch gerade den Liberalen Kopfschmerzen bereiten.

Was von den schlauen Bundespolitikern vielleicht auch noch übersehen wird - Berlin ist nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen doch NICHT der Nabel der Welt, auch nicht das Zentrum des Universums:
Falls die EUdSSR beschließt, dass Bildungsmaßnahme X in ganz Europa durchzuführen ist und diese Maßnahme aber der gerade in Berlin regierenden Koalition nicht in den Kram passt, was ist denn dann? Wie will Berlin dann ausscheren, wenn es BRÜSSEL so durchsetzt?
Das kann man auch von ganz unten aus betrachten: Manche Kommunen werden mit Schulen ganz Tolles leisten, andere Kommunen werden Fehler machen und beibehalten. Warum das Tolle herabnivellieren?

Vielleicht ist es doch schon ganz gut, wenn jedes Kind seinen eigenen Sandkasten hat, in dem es baut, was es selbst will?

Sicherlich können freie Bundesländer miteinander Verträge und Absprachen verhandeln. Die Abstimmung über deren Güte obliegt den Bürgern und wohin sie zur Ausbildung ihre Kinder geben.
Wenn in der Realität die politische Zusammenarbeit zwischen den Ländern nicht gut klappt, dann sollten die betroffenen Bürger sich vielleicht mehr selbst um diese Themen kümmern und den verbohrten Ideologen im Land mal ein wenig FEUER unter dem Arsch machen.
Gerade die Roten wollen ja gerne über die staatliche Zwangsschule die jungen, formbaren, wehrlosen Menschen nach ihren eigenen Vorstellungen ver"ändern". Die Schwarzen wollen konservieren und zementieren. Der liberale Bildungsweg führt (zumindest in Hessen) zu mehr Vielfalt, zu mehr Freiheit und politische Unabhängigkeit für die vielen verschiedenen Schulen und Hochschulen. Das kann man als Bürger doch nur begrüssen, wenn man selbst entscheiden kann, was es lokal an Bildungsangeboten gibt (Anbieter), welche genutzt werden (Nachfrager). Wer weiss es denn besser, als der Bürger selbst, was für den Bürger gut ist.

Zusammenarbeit unter Gleichberechtigten? Gerne!
Dominanz und Unterordnung? Niemals!
Es LEBE das dt. Grundgesetz und die freiheitlich-demokratische Grundordnung!

Dienstag, 11. Mai 2010

Liberale Bildungs"politik"

Stefan Birkenbusch sagte auf Facebook:
Es ist ein Irrglaube, zu denken, die Unterrichtsqualit... Mehr anzeigenät verliefe proportional zu der Menge an Geld, die man in den Bildungsetat pumpt. Auch im Bildungsbereich gibt es Stellen, an denen Gelder verschwendet werden. Wenn man auch bei der Bildung sparen will, heißt das nicht gleich, dass man Lehrerstellen streicht, aber wenn ich mir ansehe, dass kistenweise unbenutzte Bücher weggeworfen werden oder Geräte angeschafft werden, die niemand benutzt, frage ich mich wirklich, ob das sein muss. Verschwendung muss in allen Bereichen eingedämmt werden - auch bei der Bildung!
Gelder "für Bildung" auszugeben ist leicht, wenn man alle Klassenzimmer mit Goldfarbe anstreichen lässt. An der vom staatlichen Bildunssystem auf Steuerzahlers Kosten bereits so mies vermittelten Bildung verbessert das gar NICHTS.

Aber vielleicht nutzt es den vielen Lehrern, Dozenten und Professoren, die sich darin einen gut bezahlten, sichern, anstrengungslosen staatlichen Arbeitsplatz organisiert haben und GRÜNE wählen?

Mittwoch, 14. April 2010

Hess. FDP-Chef Hahn, Missbrauch und die modernen Medien

Ein hessisches FDP-Mitglied sieht sich gezwungen (?) sich in Facebook vom hess. FDP-Landesvorsitzenden und Staatsminister Jörg-Uwe Hahn zu distanzieren.
Hessen scheint wirklich ein besonders konservatives Pflaster zu sein! Erst Bischof Mixa und jetzt Hahn. Als Liberaler muss ich mich von diesen Aeusserungen des hessischen Justizministers strikt distanzieren. Das war mehr als daemlich!!!!!!!!!!!!!!! http://www.fr-online.de/in_und_ausland/politik/aktuell/2539916_Der-Missbrauch-und-die-68er-Hahn-empoert-die-Gruenen.html
Es bezieht sich dabei auf einen Artikel in der überaus bewährten, überparteilichen und somit neutralen Frankfurter Rundschau (vulgo: "Frankfurter Schundsau") als Quelle. In dem Artikel geht es um einen Presseartikel, in welchem J-U. Hahn einen (wie auch immer gearteten) Zusammenhang zwischen "den 68ern" und den Kindermissbrauchsfällen gezogen haben soll, worüber sich der politische Gegner kolossal aufregt und meint dem Staatsminister bzw. dem Ministerpräsidenten Hessens ein Ultimatum stellen zu können. Die briefliche Reaktion von Hahn nimmt die FR zum Anlass für den o.g. Artikel.

Wenn ein durchschnittlicher Anwender des Internets (vulgo: Bürger) jetzt versucht den Original-Artikel oder den erwähnten Brief von Hr. Hahn an die Grünen zu finden, damit man sich selbst eine Meinung bilden kann, wo fängt man dann an?
  1. Der Facebook-Artikel erwähnt nur den FR-Artikel - Schade!
  2. Der FR-Artikel ist reine Prosa, d.h. er enthält keinen einzigen Link, keinen Anhang, keinen Verweis auf gar nichts - vermutlich ist das nach dem Empfängerniveau der Leserschaft kaum notwendig ("Gläubige" FR-LeserInnen brauchen keine Beweise!)
  3. Die Parteigliederung (Hr. Hahn ist hess. Landesvorsitzender) unter www.fdp-hessen.de ist dreigeteilt: ein sogenanntes "Portal", ein Teil für die Partei, ein Teil für die FDP-Fraktion. Auf dem Portal steht nichts zum Thema Missbrauch, Hahn oder ähnliches. Eine Suchfunktion gibt es dort nicht.
  4. Der Parteiteil HAT eine Suchfunktion, liefert aber weder für "Missbrauch" noch für den Namen des Landesvorsitzenden "Hahn" irgendwelche Treffer?!?
  5. Der FDP-Fraktionsteil dito - Man ist versucht an einen Design- oder Konfigurationsfehler der hess. FDP zu denken, kommt aber inhaltlich nicht weiter...
  6. Anderer Ansatz: Hr. Hahn hat eine eigene Webseite: http://www.joerg-uwe-hahn.de/ ! Gut, diese Seite sieht IMHO äußerst old-fashined aus, aber das ist ja jetzt egal. Wo könnte etwas zur aktuellen Diskussion / Reaktion zum Thema "Missbrauch" stehen? Haha - unter "Aktuelles"?
  7. Leider wird unter dem scheinbar Aktuellem nur auf einen Presseservice hingewiesen und die Hoffnung geweckt:
  8. ...
  9. Folgt der Sucher dem Link "Presseservice" (so hartnäckige Besucher soll es geben!), kommt DIE Überraschung! (Man hatte schon ein wenig befürchtet, dass keine Pressemitteilungen kommen, dass dort natürlich auch der eigene Brief nicht hinterlegt ist - alles absehbar!)
  10. Es öffnet sich eine völlig andere Webseite, namentlich die des  aus Steuerzahlermitteln bezahlten Pressereferentin des staatlich-hessischen Ministeriums, dessen Chef Hr. Hahn ist.
Man staunt  schon ein wenig betroffen: Staatsminister Hr. Hahn ist nämlich neben seinem ministeriellen Vollzeittätigkeit und ehrenamtlichen Tätigkeit als Landesvorsitzender einer Regierungspartei noch immer das Vollzeit-Mitglied des hessischen Landtages ("MdL"), erhält also die üblichen Diäten und Zulagen, die allen Abgeordneten zur Verfügung gestellt werden und die alle in die Lage versetzen sollen, ihre EIGENE Tätigkeit mit den eigenen Mitarbeitern in geeigneter Weise darzustellen.
Die FDP-Mitglieder des hess. Landesverbandes bezahlen übrigens einen extra Landespressesprecher.

Das Interesse und Mitleid an dem Thema "Missbrauch" erlahmt völlig

Freitag, 13. November 2009

Money is a veil - auch in der "Bildung" #UniBrennt

Anlässlich dieses dankenswert klaren und wahren Tweets
Einfach irgendwie mehr Geld in die (Hoch-)Schulen rein, dann kommt mehr Bildung raus
drängt es, mal etwas klar festzustellen: "Geld ist ein Schleier"! Es lenkt davon ab, dass hier mit äußerst unklaren Begriffen wie "Geld" oder "Bildung" geworben, um sich geworfen und faktisch gehandelt wird.

Man versucht den Bürgern einzureden oder glauben zu machen, dass mit "GELD" als Allheilmittel alles Böse der Welt verhindert und alles Gute erreicht wird. Man erwähnt nicht, dass
  • die Gelder, die für einen Zweck fließen, an einer anderen Stelle nicht eingesetzt werden können (Opportunitätskosten)
  • die Gelder irgendwoher stammen, erst erlangt werden müssen, bevor sie "ausgegeben" werden können.
  • für die Verwaltung der Gelder selbst wieder umfangreiche Kosten anfallen, also das mehrfache erst bei irgendwem einkassiert werden muss
  • dass gesetzliche Regelungen einen Großteil der eingesetzten Gelder binden, ohne dass sie gezielt für Bildung eingesetzt werden können.
Man drückt sich auch und vor allem um die klare Definition der Begriffe "Bildung" und belässt "die Bildung" in einer unscharfen Beliebigkeitswolke, die jedem Zuhörer erlaubt, sich darunter vorzustellen, was er/sie will. Ist "Bildung" das Endziel oder der Weg zum Wohlstand unserer Gesellschaft. Ist Bildung etwas individuelles oder etwas gesellschaftliches? Wieviele Lehrer, wieviele Schüler und Studenten sind in der Lage, "Bildung" zu produzieren? Welche Bildung wird heute und morgen gebraucht? Wie erhält man vorhande Bildung bei dem andauernden, schnellen Fortschritt? Wer ist dafür verantwortlich, dass Bildung definiert wird, wie man sie misst, wie man sie schafft, erhält, pflegt, weiterentwickelt. Gibt es die "klassische Bildung", die "andere Bildung"? Brauchen wir mehr Naturwissenschaftlicher oder mehr Soziologen? Mehr Handwerker oder mehr Akademiker? Mehr Musiker, Philosophen oder Mechatroniker und Test-Spezialisten? Was ist mit unabgestimmten Studiengängen und Lehrplänen, mit überbürokratischen Schul- und Prüfungsämtern, mit unnahbaren Lehrern und Professoren? Was wird mit dem staatlichen Bildungsmonopol und privaten Konkurrenten (Privat-Schulen und -Universitäten?

Egal - Wir wollen mehr Bildung!
Das ist genauso einleuchtend, wie simpel und dumm.

So werden bei vielen unklare, aber hohe Erwartungen geweckt, die in der Realität niemals zu halten sind. So werden auch Erwartungen enttäuscht, die durchaus zu halten wären, wenn man nicht per Gießkanne, sondern gezielt handeln würde. So wird die falsche Hoffnung genährt, das Geld käme schon aus dem Nichts, jedenfalls müsste sich der Einzelne keine Gedanken darum machen, dass er/sie die Bildung bzw deren Ausgaben bezahlen muss.

Die eigentlichen Bildungsprobleme und deren Ursachen werden damit überhaupt nicht angesprochen, sondern bleiben weiterhin "unter dem Radarschirm", ausserhalb der Diskussion. Somit kann es ohne eine Ursachenanalyse zu keinerlei nachhaltigen Verbesserung kommen, selbst wenn sämtliche "Gelder" verdoppelt oder vervierfacht würden, weil die vorhandenen riesigen Geldmengen bereits jetzt verpuffen und verschwendet werden. Die bisherigen Nutznießer würden lediglich noch mehr Geld verschwenden, die Bildung oder die Bevölkerung würde davon nicht mehr profitieren.

Nur immer: "Weiter so!" (eingetr. Warenzeichen der CDU/CSU)

Montag, 5. Januar 2009

Die FDP und das "geheime" Erste-100-Tage-Programm

Wieder mal eine klassische FDP-Pressemitteilung ohne jegliche Links, dafür aber von beachtlicher Länge, Läääänge, Lääääääääääääänge! Leider auch diesmal kein Link zum sogenannten "Programm" zu finden. Also muss man den Text halt in die "Nachricht" quetschen, sie verlängern und verlängern bis sie gar nicht mehr gedruckt werden kann. Welche Zeitung möchte eine halbe Seite ihres beschränkten Platzes gerade der FDP opfern?

Ein paar Gedanken und Fragen zum Inhalt:
Die hessische FDP hat ein 6-Punkte-Sofort-Programm für die ersten 100 Tage einer möglichen bürgerlichen Landesregierung in Hessen vorgelegt.
Oha! Wie kam man darauf ein solches Programm zu erarbeiten? Wer hat es in welchem Auftrag mit welchen Randbedingungen wo erarbeitet?
Die ganze hessische FDP, alle Orts- und alle Kreisverbände mit allen Mitgliedern haben es erarbeitet? (Ups, habe ich nicht mitbekommen.) Oder waren es einige Wenige, einige Ausgewählte, einige Berufene (Von wem berufen, ausgewählt, berechtigt?)

Was soll "vorgelegt" denn heissen? Wo? Wem? Wenn es von Wenigen erstellt wurde, von wem wurde es geprüft, genehmigt, beschlossen? Haben es die Delegierten des letzten Landesparteitages beschlossen? Wann? Wo? Gibt's dafür bitte ein Protokoll, eine Übersicht, einen (Presse)-Bericht? Bitte wo findet man das auf der FDP-Webseite? Oder der FDP-Landesvorstand hat es beschlossen? Oder die FDP-Kandidaten haben es beschlossen? Wann? Wo? Was noch?

Oder ist der erste Satz der Mitteilung nur das "klassische" Pressegeblubber, indem irgend jemand irgendwann irgendwas in den Mund geschoben wird, was von anonymen Grüppchen gestreut niemanden wirklich interessiert? Früher hies es "das Wichtigste müsse nach VORNE" und dann sowas als Aufhänger? Schade! Dabei wäre es doch tatsächlich interessant, was die FDP zuerst machen würde, also von der hessischen FDP als am Wichtigsten UND am Dringendsten gehalten wird. Die IDEE für das genannte Programm und deren Mitteilung ist GUT und INTERESSANT.
Jörg-Uwe Hahn, erklärte gemeinsam mit dem stellvertretenden FDP-Landesvorsitzenden, Dieter Posch, es müsse bereits am Tag nach der Landtagswahl „mit der inhaltlichen Arbeit für Hessen wieder begonnen werden.
Nur durch wen auf welcher Basis? Die Abgeordneten des Landtages werden doch erstmal zusammentreten müssen, vielleicht sogar ein paar neue Abgeordnete einsortieren und ausrüsten. Wenn man auf Koalititionen verzichtet, aber warum hat man dann gerade eine Neuwahl inittiiert? Es hätte ja mit wechselnden Mehrheiten noch drei Jahre weitergehen können und die CDU hätte weiterhin alleine die Regierung gebildet?! Vom verschwendeten Geld und der Zeit der Beteiligten (und der Wähler) mal garnicht zu denken - das ist ja ehrenamtlich!
Das letzte Jahr der ungeklärten Mehrheitsverhältnisse hat unserem Bundesland geschadet,
Darüber kann man geteilter Meinung sein, manche Sachen wurden entschieden oder korrigiert Dafür ist ein Parlament m.E. da. Wenn man an die Rot-Grünen-Regierungen und deren dauernden Zoff denkt, ist es ganz nett wenn man seine Leben gestalten kann, OHNE das das Hessische Parlament weiter Gesetze und Verordnungen zu Hunderten "produziert". Wenn alle hessischen Abgeordneten mehr nach den tatsächlichen Bedürfnissen der Bürger und weniger nach der Parteiräson gerichtet hätte, wäre m.E. die Politikmüdigkeit bzw. der Politikerabscheu der Bürger reduziert.
die Bürger haben ein Anrecht darauf, dass nach den 14 Tagen heißer Wahlkampfphase unverzüglich die politische Sacharbeit beginnt.
Irgendwie gibt es in der letzten Zeit irre viele Leute, die "Anrechte" postulieren, die die Bürger haben (sollen). Wer hat sich dieses Recht gewünscht, wer hat es vom wem erkämpft?
Natürlich haben die hessischen Bürger die wochenlangen Diskussionen der Parteien nicht mit Begeisterung verfolgt. Die gegenseitigen Vorwürfe waren unwürdig, aber wohl "hessische Verhältnisse" - Betroffenheit, Beleidigte Leberwurst auf der Linken, Ignoranz von Medien-Seite. Wochenlang! Schrecklich!

Die hessische FDP war dabei immer standhaft - nicht weil sie Fr. Y. nicht "wollten", sondern weil die FDP-Programmatik so weit von der SPD-Programmatik entfernt war, wie sie nur sein kann. Dies haben die "Medien und Presse" immer schön ignoriert und jedes wehleidige Heulen der "böswillig unverstanden SPD" nachgeplappert. Echt parteiübergreifend, neutral und unabhängig. Aber Subjektivität ist echt schwer! Manchmal zu schwer! (Wenn der SPD die Zeitung gehört, ist es viel einfacherer "objektiv" zu bleiben - ein Schelm, wer Übles dabei denkt, warum sich die SPD im Medienmarkt eingekauft hat).

Als hessischer Bürger und Wähler erwarte ich von ALLEN Abgeordneten (ob ich sie jetzt gewählt habe oder nicht), dass sie im Parlament umgehend zu ARBEITEN beginnen. Dass es in einer Koalition mit dem Wunschpartner EINFACHER würde, das mag ich nicht betreiten. Das hat den Kandidaten aber keiner versprochen, sie haben KEIN "Anrecht" auf ein EINFACHES Mandat! Wenn man sich mit keinem (!) Anderen einigen kann, den Kram hinzuschmeissen, weil's dann SCHWERER ist - SCHADE!
Wir Liberale sind vorbereitet“, so Hessens FDP-Chef Hahn.
Dessen kann man sicher sein. Es folgen sechs Punkte, aber leider kein Zeitplan. Keine Anfangs- und keine Fertigstellungstermine, genannt "Deadlines", z.B.:
  • W+7 Koalitionsvertrag ausverhandelt, mit den Parteien abgestimmt und genehmigt.
  • W+10 neuen hessische Regierung mit Personal besetzt,, dass durch die Parteien benannt werden inklusive Minister Staatssekretäre, politische Beamten etc pp vereidigt.
  • W+15 Sichtung der Ministerien durch die neue Führung erledigt. "Falsche" Richtungen identifiziert und Ziele fertig korrigiert. Die Ministerien laufen perfekt nach den Vorgaben der neuen Minister
  • W+20 neue Gesetze formuliert, mit anderen Ministerien abgestimmt und eingebracht.
  • W+25 Gesetze durch Parlament genehmigt und veröffentlicht. Ausführung beginnt.
  • W+50 (Halbzeit) erste Erfoge werden realisiert, sichtbar gemacht, die Bürger haben Nutzen
  • W+75 Finetuning, kleinere Fehler werden korrigiert.
  • W+100 Feier der neuen Regierung zum erfolgreichen Start
Warum diese sechs "Punkte" in dieser Reihenfolge? Warum vorab keine Übersicht, welche Punkte warum von der FDP gesetzt werden? (Warum keine Anchors, zu den einzelnen Punkten zu springen? Kann das FDP-CMS keine Sprungstellen?)
Sind das sechs "Ziele" und wie kann man überprüfen, ob die Ziele erreicht wurden?
Sind es "Aufgaben", und wer hat sie übernommen?
1. Bildung
„Gute Bildung hängt entscheidend von guten Schulen und besonders von gutem Unterricht ab. Diesen gilt es konsequent in seiner Qualität zu entwickeln“, ist laut Hahn die zentrale Botschaft der FDP.
Gute Bildung (der hessischen Schüler) ist ein langfristiges Ziel. Wie misst man "gute Bildung"? Wie eine "gute Schule"? Wie sieht "guter Unterricht" genau aus?

Kann man so vereinfachend sagen, dass schlechte Schulen (Schulbauten sind doch Kommunalaufgabe?) zu schlechter Bildung führt? Nach dem Krieg sahen die Schulen schlimmstens aus, die vermittelte Bildung war nicht schlecht. Könnte es entscheidender sein, ob die hessischen Schüler verstehen (sollten), dass die bereits angebotene Schulausbildung ihnen selbst nutzt, wenn sie die Bildung nicht passiv ertragen sondern sich aktiv ERARBEITEN?

Sind "gute Schulen" nur diejenigen, die mit Millionen schlampig gebaut, wunderbarst ausgestattet und dann sich selbst überlassen wurden? Sind "gute Schulen" eher diejenigen, in denen gut ausgebildete und erfahrene Lehrer interessanten Unterricht in kleinen Klassen anbieten?
Wenn man möglichst viele Lehrer einstellt, bekommt man dann automatisch "guten Unterricht"? Wie wird "guter Unterricht" den Lehrern goutiert? Wenn alle Schüler eine Lehrstelle finden, bekommt der Lehrer eine Sonder-Gratifikation? Wie können die hessischen Schüler schlechte Lehrer bewerten? Wie werden überforderte und/oder ungeeignete Lehrer schnell aus dem Schulunterricht entfernt? Wann wird durchgesetzt, dass partei- oder gewerkschaftliche Tätigkeiten durch Schulpersonal ausschließlich in der vorhandenen unterrichtsfreien Zeit stattfinden?

Zur Vollständigkeit hier noch die anderen "Punkte" kurz aufgezählt, ohne weitere Kommentierung:
2.= Staatliches "Konjunkturprogramm"
3.="Integration und Demographie "
4.="Nichtraucherschutz" ersetzt durch Kleinwirteschutz (UN-BE-GREIF-LICH!)
5.="Mobilität und Infrastruktur"
6.="Wirtschaftsförderung"