Dienstag, 24. November 2009

Frühkindliche Erziehung durch den Staat - Liberal ?

Fr. Pieper meint zu Fr. Merkel:
Als Ostdeutsche sollte die Kanzlerin um den Wert frühkindlicher Bildung in Krippen und Kitas wissen, betonte Pieper. ...
Man muss befürchten, dass Fr. Merkel (jetzt CDU-Chefin) dies durchaus bewusster ist, wie Fr. Pieper (FDP) - denn die staatlich-sozialistische Beeinflussung begann in der DDR sehr früh! Es ging dem Staat um die Hirne der Kinder, noch bildbar, entfernt von den Eltern. Aus der Erkenntnis übler Tradition haben schlauere Leute in unserem Land mal gekonnt formuliert:
"Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht. Über ihre Betätigung wacht die staatliche Gemeinschaft."(Art 6 (2) Grundgesetz)
Ja, es gibt Eltern, die nach herrschender Meinung, nach überwältigender Mehrheitsmeinung etwas "falsch" machen: z.B. Kinder, die in Deutschland aufwachsen, lernen und sprechen nicht genügend Deutsch. Ja, es ist für die Kinder schwerer bis (fast) unmöglich, sich in die deutschen Gruppen zu integrieren. Ja, es ist für solche Kinder schwerer zu guten Schulabschlüssen zu kommen oder später gut bezahlte Berufe zu finden.

Damit ist für die Liberalen der Geduldsfaden gerissen, Ende der Fahnenstange, alles vorbei, den Rubikon überschritten?

Also muss die staatliche Gemeinschaft den Eltern die Kinder entreissen und sie nach den gerade aktuellen staatlichen Vorstellungen erziehen (mit Mädchen-Förderung, ökologisch, nachhaltig, gewaltfrei, biologisch-dynamisch, vielleicht auch gleich christlich-konservativ?). Da wird also der überstarke Staat ins Kinderzimmer gerufen?!
Da macht doch die Integration wieder Spaß! Da lernen auch die Noch-Ausländer-Eltern, was es heisst sich gegen das gesunde Volksempfinden die Mehrheit zu stellen! Da werden staatlicherseits immer neue Pflichten und Kontrollen eingeführt, Zwangstests über das Bildungsniveau. Falls das Ergebnis nicht zu den hiesigen progressiven Vorstellungen passt, wird der kleine Kopf halt zwangsbetankt.

Von der CDU hätte man sich sowas vorstellen können, aber warum von der FDP?
...Auf dem Weg zur "Bildungsrepublik" müsse Deutschland möglichst früh "das Gold in den Köpfen heben".

Der deutsche Staat will "das Gold in den Köpfen heben"? Vielleicht direkt in die staatlichen Taschen, eine Kindergold-Steuer mit 100% Tarif? Wenn da mal "Gold zu heben" (durch eigene (Lern-)Leistung, durch Fleiß, durch Arbeit in eine (Aus-)Bildung, in eine Lehre, in ein Studium, in einen gut bezahlten Beruf) ist, dann ist es das Gold der Kinder selbst, vielleicht der Familie also der Kinder mit ihren Eltern!
Der deutsche Staat bekommt schon noch seinen überreichen Anteil aus den zahlenden Steuern der neuen Generation. Es ist bestimmt nicht das "Gold" der Bundesregierung, nicht das Gold der CxU/FDP-Koalition.

Es sollte auch den verbohrtesten Eltern irgendwann klar werden, dass und wie andere Eltern ihre Kinder besser fördern und zu erfolgreicheren Erwachsenen erziehen.  Wenn es noch immer nicht klar wird  - so trauig das für die Kinder und die Gesellschaft ist - dann halt noch nicht:
"Du kannst ein Kamel an die Tränke führen, aber zum Trinken kannst Du es nicht zwingen"
Mögen die Liberalen auch das nicht versuchen, damit sie nicht scheitern.

Freitag, 13. November 2009

Money is a veil - auch in der "Bildung" #UniBrennt

Anlässlich dieses dankenswert klaren und wahren Tweets
Einfach irgendwie mehr Geld in die (Hoch-)Schulen rein, dann kommt mehr Bildung raus
drängt es, mal etwas klar festzustellen: "Geld ist ein Schleier"! Es lenkt davon ab, dass hier mit äußerst unklaren Begriffen wie "Geld" oder "Bildung" geworben, um sich geworfen und faktisch gehandelt wird.

Man versucht den Bürgern einzureden oder glauben zu machen, dass mit "GELD" als Allheilmittel alles Böse der Welt verhindert und alles Gute erreicht wird. Man erwähnt nicht, dass
  • die Gelder, die für einen Zweck fließen, an einer anderen Stelle nicht eingesetzt werden können (Opportunitätskosten)
  • die Gelder irgendwoher stammen, erst erlangt werden müssen, bevor sie "ausgegeben" werden können.
  • für die Verwaltung der Gelder selbst wieder umfangreiche Kosten anfallen, also das mehrfache erst bei irgendwem einkassiert werden muss
  • dass gesetzliche Regelungen einen Großteil der eingesetzten Gelder binden, ohne dass sie gezielt für Bildung eingesetzt werden können.
Man drückt sich auch und vor allem um die klare Definition der Begriffe "Bildung" und belässt "die Bildung" in einer unscharfen Beliebigkeitswolke, die jedem Zuhörer erlaubt, sich darunter vorzustellen, was er/sie will. Ist "Bildung" das Endziel oder der Weg zum Wohlstand unserer Gesellschaft. Ist Bildung etwas individuelles oder etwas gesellschaftliches? Wieviele Lehrer, wieviele Schüler und Studenten sind in der Lage, "Bildung" zu produzieren? Welche Bildung wird heute und morgen gebraucht? Wie erhält man vorhande Bildung bei dem andauernden, schnellen Fortschritt? Wer ist dafür verantwortlich, dass Bildung definiert wird, wie man sie misst, wie man sie schafft, erhält, pflegt, weiterentwickelt. Gibt es die "klassische Bildung", die "andere Bildung"? Brauchen wir mehr Naturwissenschaftlicher oder mehr Soziologen? Mehr Handwerker oder mehr Akademiker? Mehr Musiker, Philosophen oder Mechatroniker und Test-Spezialisten? Was ist mit unabgestimmten Studiengängen und Lehrplänen, mit überbürokratischen Schul- und Prüfungsämtern, mit unnahbaren Lehrern und Professoren? Was wird mit dem staatlichen Bildungsmonopol und privaten Konkurrenten (Privat-Schulen und -Universitäten?

Egal - Wir wollen mehr Bildung!
Das ist genauso einleuchtend, wie simpel und dumm.

So werden bei vielen unklare, aber hohe Erwartungen geweckt, die in der Realität niemals zu halten sind. So werden auch Erwartungen enttäuscht, die durchaus zu halten wären, wenn man nicht per Gießkanne, sondern gezielt handeln würde. So wird die falsche Hoffnung genährt, das Geld käme schon aus dem Nichts, jedenfalls müsste sich der Einzelne keine Gedanken darum machen, dass er/sie die Bildung bzw deren Ausgaben bezahlen muss.

Die eigentlichen Bildungsprobleme und deren Ursachen werden damit überhaupt nicht angesprochen, sondern bleiben weiterhin "unter dem Radarschirm", ausserhalb der Diskussion. Somit kann es ohne eine Ursachenanalyse zu keinerlei nachhaltigen Verbesserung kommen, selbst wenn sämtliche "Gelder" verdoppelt oder vervierfacht würden, weil die vorhandenen riesigen Geldmengen bereits jetzt verpuffen und verschwendet werden. Die bisherigen Nutznießer würden lediglich noch mehr Geld verschwenden, die Bildung oder die Bevölkerung würde davon nicht mehr profitieren.

Nur immer: "Weiter so!" (eingetr. Warenzeichen der CDU/CSU)

Mittwoch, 4. November 2009

Was sind Ziele und Nicht-Ziele?

Kaum hatten wir das Ziel aus den Augen verloren, verdoppelten wir unsere Anstrengungen
Was ist ein Ziel? Angeblich wird an vielen Stellen "zielorientiert" gearbeitet, man hat ein Ziel oder sogar mehrere Ziele. Warum klappt es häufig nicht, diese "Ziele" zu erreichen?

Nehmen wir uns ein Beispiel: Ein praktischer fast beliebig gegriffener Auszug aus dem "Koalitionsvertrag" von CDU/CSU und FDP:
Wir wollen eine Steuerpolitik, die die Leistungsbereitschaft der Bürgerinnen und Bürger stärkt.
Die genannten Fraktionen der drei Parteien "wollen" eine "Steuerpolitik" [d.h. konstruieren, formulieren, diskutieren, im Bundestag gemeinsam beschließen, durch die Regierung ausführen lassen,...]. Soso!

Wir untersuchen jetzt nicht...
  • was dabei "Steuer" bedeutet (was dagegen "Gebühren", "Umlagen" oder "Sozialabgaben" sind),
  • welche Unterschiede sich bei "-politik" in Verständnis, Wollen, Können, Dürfen und Realität auf den unterschiedlichen Seiten des Schreibtisches auftun,
  • was gegebenenfalls unter "Leistung" oder "-bereitschaft" verstanden werden soll.
Dies zu wollen, hat man sich gegenseitig geeinigt und zugesagt. Kann das etwas werden? Können die Parteien dieses "Ziel" erreichen (, vorausgesetzt dass sie es tatsächlich erreichen wollen)? Woran wird es scheitern? Woran können und werden wir Bürger und Steuerzahler merken, dass es scheitert? Woran können wir vor der nächsten Wahl prüfen, ob oder wieweit dieses Ziel erreicht wurde?

Eine Antwort liegt in der Zielfindung selbst, u.a. in der Zielformulierung durch die Führungskräfte.

Fragen wir uns einfach ein paar W-Fragen, z.B. "woher, wohin und wann" und schon haben wir drei wichtige Eigenschaften von Zielen beschrieben. Leider wird in diesem "Vertrag" davon an keiner Stelle geschrieben:
  • Wir wissen nicht WAS heute ist, was genau geändert und was beibehalten werden soll.
  • Wir wissen nicht, WIE ungefähr oder genau es geändert werden soll.
  • Wir wissen nicht WOHIN es geändert werden soll.
  • Wir wissen vor allem nicht, wie man (Bürger, Steuerzahler, Parteimitglied, Presse, Opposition) kontrollieren kann, ob und wieweit das Ziel erreicht ist.
Vielleicht liegt es daran, dass auch im neuen Bundestag zu viele Rechtsanwälte arbeiten und zu wenige Menschen Erfahrungen aus Projektarbeit mitbringen? In der professionellen Projektarbeit kennt man Kriterien für "gute" Zielformulierungen, z.B. SMART oder AROMA. Da werden Zielfindungs-Workshops gemacht, um mit Auftraggebern deren Situation zu klären, deren Ziele sauber zu formulieren und sie in die Lage zu versetzen, entsprechende Prioritäten bei konkurrierenden Zielen zu setzen.

Was wäre ein "gutes" Ziel, man formuliert mal so:
Die durchschnittliche Steuerbelastung eines Durchschnittsverdiener-Ehepaares (X €) mit Durchschnittskinderzahl K soll von Y € in 2009 auf Z € in 2011 sinken, damit bei gleicher Kaufkraft (d.h. inflationsbereinigt) V € netto (d.h. mindestens 20% mehr) herauskommen.
Das kann man messen, das kann man kontrollieren! Dann kann man politisch über die "Parameter" streiten: reichen 10%, muss es in 2011 oder erst in 2012 sein?

Damit ist keine Einschränkung für das WIE man das Ziel erreicht. Es ist auch nicht gesagt, was es wen wann und wieviel kostet, um das Ziel zu erreichen. Meist gibt es viele verschiedene Handlungsmöglichkeiten ein Ziel zu erreichen. Manche gehen schnell, manche sind günstig, manche sind einfach - Man kann nur zwei davon auswählen.

Erst wenn die Kosten oder der Aufwand bekannt ist, kann man Entscheidungen treffen. Aber das wird eine andere Geschichte...
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