Samstag, 15. Mai 2010

Politischer Quantensprung - Inkompetenz und Unwissenheit auf hohem Niveau

Am 15. 05 2010 wird gemeldet:
EZB-Präsident Trichet vergleicht Situation des Euro-Raums mit Lehman-Pleite. „Wir erlebten und erleben dramatische Zeiten“. „Quantensprung“ von Regierungen gefordert. "Schwierigste Situation seit dem Zweiten Weltkrieg, vielleicht sogar seit dem Ersten.“
Weitere Informationen hier. In einem Forum liest man dazu:
Ein Ausflug in die Physik: 
Beim hypothetischen Zustandsübergang von Quanten von einem Zustand in einen anderen handelt es sich um einen angenommenen Vorgang im Mikrokosmos, daher ist ein "Quantensprung" ein sehr extrem kleiner Vorgang jenseits der Wahrnehmungswelt (und auch nicht meßbar)...
Nur weil alle Welt es unseren unwissenden Politikern nachbabbelt, wird aus einem "Quantensprung" kein "großer Schritt". Sondern es ist eine der kleinstmöglich denkbaren Änderungen.
Nichts für ungut!

Der Kabarettist und Arzt Hirschhausen meint zum Begriff "Quantensprung":
Als vor einigen Monaten die Gesundheitsreform verabschiedet wurde, haben einige Spitzenpolitiker von einem "Quantensprung in der Gesundheitspolitik" gesprochen. Das klingt erst mal ziemlich beeindruckend. Physikalisch gesehen ist ein Quantensprung jedoch definiert als die kleinstmögliche Zustandsänderung - meist von einem hohen auf ein niedriges Niveau."
Da in der heutigen Kulturnation Deutschland als "Bildung" gerade keine naturwissenschaftlichen Kenntnisse mehr benötigt werden -gerade nicht bei Politikern, Journalisten oder Lehrern- fällt sowas aber niemanden mehr auf. Es muss auch von den Qualitätsmedien nicht korrigiert werden. Das von den Aristokraten gesagte wird wohl so stimmen, Recherchen und Fakten könnten nur der eigenen Meinungsbildung schaden.

Das gleiche Verständnis, tiefe und breite Wissen muss man augenscheinlich bei (volks- oder betriebs-)wirtschaftlichen Grundbegriffen unserer "Eliten" annehmen. Die letzten Jahre, Jahrzehnte, Jahrhunderte (wirtschafts-)wissenschaftlicher Forschung und auch Erkenntnis kann und will man ignorieren - die einen bleiben auf Marx'schem Vorstellungs- und Denkniveau, andere zieht es zurück bis Thomas von Aquin. Vielleicht haben wir doch ZU viele Anwälte?
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