Montag, 23. März 2015

Was haben Ökoterroristen mit dem Liberalismus zu tun?

Clemens Schneider schreibt in der FAZ u.a.
Die Weltverbesserer sind heute mehrheitlich auf der Linken zu finden, weil der Liberalismus versagt hat.
Weltverbesserer? Das sind eher Leute, die glauben, eine gesamte Gesellschaft nach ihnen Wünschen und Vorstellungen gestalten zu können. Roland Baader nennt solche Leute "Gottspieler", Gesellschaftstechnologien.

"Auf der Linken" zu finden? Ist das nicht das überholte Konzept, wie die Gruppen im französischen Parlament gesessen haben? Was soll uns das heute noch sagen? Ist die Union eine "linke" Partei? Die FDP? (ja!)

"Weil der Liberalismus versagt hat" ?? Die Idee des Liberalismus hat nicht "versagt". Wie könnte eine Idee versagen, gemessen an welchen Kriterien, wann, wo? Wurde die Idee falsifiziert? Clemens Schneider scheint die Idee mit deren Protagonisten zu verwechseln. Wenn sich ein Mathematiker mal verrechnet, dann hat nicht die ganze Mathematik versagt!
Ob oder wann welcher Politiker nach wessen Kriterien "versagt" hat, muss man nochmal näher hinsehen.
Die Linken wollen Frieden, Freiheit, Gerechtigkeit, Wohlstand für alle, Gleichberechtigung, Umweltschutz.
Die Linken ? Naja. Geschenkt.

"Wollen" ? Für viele Linke ist das Wollen auch schon das Tun. Gut gewollt und gut gemeint ist gut gemacht. Die Autobahn zur Hölle (Highway to hell) ist gepflastert mit guten Vorsätzen und Versprechungen, mit Ankündigungen und Plänen.

Was immer "die Linken" wollen - sie erreichen durch ihre falschen und dummen Ideen das jeweilige Gegenteil:
  • statt Frieden schaffen sie Krieg
  • statt Freiheit schaffen sie Unterdrückung und Diktatur
  • statt Gerechtigkeit schaffen sie Ungerechtigkeit
  • statt Wohlstand schaffen sie Not, Elend und Armut für breite Bevölkerungskreise
Welcher Liberale wollte das nicht auch?
Wer wollte das nicht auch? Reicht jetzt "wollen" aus? Sind wir bei "Wünsch Dir was" ??

Liberale wissen, dass all diese frommen Wünsche erreichbar sind, Wirklichkeit wurden, sind und werden können, wenn man eine freie Marktwirtschaft WIRKEN lässt.
Dennoch stoßen sie die Linken brüsk zurück.
Liberale stoßen Linke, Rechte, ökologische und religiöse Spinner zurück und das ist gut so, denn sie alle WOLLEN vielleicht das Gute, doch SCHAFFEN sie nur das BÖSE. Da ist kein Weg zur Zusammenarbeit, zur Koalition, zum Kompromiss.
Das hat nicht nur mit der Verspießbürgerlichung des Liberalismus zu tun, sondern wesentlich auch damit, dass Liberale allzu häufig nicht bereit sind, zu differenzieren.
Die Liberalen sind nicht unbedingt "Spießbürger" (was immer man darunter verstehen will), vielleicht sind es viele Linke? Vielleicht sind auch viele Linke nicht bereit und in der Lage zu differenzieren? Vielleicht auch Journalisten nicht?
Weil sie – oft mit guten Gründen – die Mittel und Wege der Linken ablehnen, verwerfen sie zugleich auch deren Ziele.
Das ist eine gewagte These respektive Unterstellung, die ja wohl kaum differenziert.
Das ist natürlich Unfug.
Erst eine dumme Unterstellung, dann deren Abwertung - ein typisch "linker" Trick in der Rhetorik, um die Liberalen blöd dastehen zu lassen. Pfui.

Empfehlenswert ist das Buch "Kreide für den Wolf" von Roland Baader.
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