Sonntag, 6. November 2011

Schwääre Kost

Dem Autor fällt immer wieder auf, dass gerade die freiwilligen Mandatsträger über ihre selbstgewählte Arbeit behaupten, es sei (gerade heute, dieses Thema) ganz besonders schwer oder gar "schwierig".

Seit der Vertreibung aus dem christlichen Paradies ist es für die Gläubigen schwierig: "Im SCHWEISSE deines Angesichts sollst Du dein Brot verdienen" heisst es wohl in der Bibel. Da wollen die Politiker natürlich Ausnahmen sein. Das ist ja auch ungerecht, wenn es sie es so schwer haben.

Die Leistungen früherer Generationen, wie die Integration von Millionen deutschsprachiger Flüchtlinge nach dem zweiten Weltkrieg, wirklich zerstörtes Land, ehemalige Feinde und siegreiche Opfer um uns herum - DAS war m.E. schwerer.
Wir sind noch reich, wir haben um uns nur Freunde, wir haben noch Strom und können uns alles kaufen, was wir wollen. Boah, "es ist schwer". Bitte alle mal kuscheln, streicheln, zwei Packungen warmes Mitleid!
"hat sich oft bemüht, die in ihn gesetzten Erwartungen zu erfüllen", wie es in manchen Zeugnissen noch empathisch über die gezeigten Leistungen heisst.

Kanzler Kohl wusste noch, dass "wichtig ist, was hinten rauskommt", unabhängig davon ob es viel oder wenig Aufwand, unabhängig ob es einfach oder schwer war. Dieser klare Leistungsgedanke steht leider auch FDP-Mandatsträgern inzwischen sehr fern.

Früher wurden mehr Ziele betont, heute ist es häufiger auch der Weg, der zählt. Das Verhältnis von Ziel und den Wegen dorthin hat sich verändert. Ist der Weg schwer oder ist er leicht, ist er lang oder ist er kurz, das ist alles scheinbar unabhängig von den ursprünglichen Zielen.

Vielleicht ist für viele der Weg zum Ziel das "eigentliche" Ziel. Viele haben das Ziel aus den Augen verloren, kümmern sich nur noch um den Pfad und das heute, haben kaum noch Zeit und Muße an das Morgen und Übermorgen zu denken.


Manche sehen nur noch einen Weg zum Ziel, Andere sehen mehr Möglichkeiten, Ziele zu erreichen. Warum mehr unnötige Mühe als notwendig, warum mehr Aufwand treiben als man scheinbar "muss", um ein gegebenes Ziel zu erreichen? Ein kurzer UND einfacher Weg erscheint dabei als ein ideales Ziel eigener Ordnung.
Die Einen wandern ihren einzigen Pfad, manch Andere wollen sich erst eigene Wege schaffen, wieder Anderen "reicht" es, auf ausgetretenen Pfaden zum Ziel zu gehen. 

Es zählt heute bei vielen Menschen am Meisten, ob etwas jetzt viel Arbeit macht, ob es schwer ist, ein Ziel zu erreichen. Diese Arbeit, diese Schwere machen alle Ziele madig, unnötig, wertlos, unerreichbar.
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