Mittwoch, 20. April 2011

Ämterhäufung und die resultierende Lage der FDP

In Berlin sitzt seit Sept. 2009 ein junger, aufstrebender Mann, dessen Ambitionen es mit einem popeligen Job als Vollzeit-24*7-"Mitglied des Bundestages" (MdB) nicht bewenden lassen konnten. Er kann und er wollte auch noch Vollzeit-24*7-Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium werden und er -siehe- er wurde es.
Neulich wurde im heimatlichen Landesverband der FDP-NRW ein weiterer wichtiger Posten frei und siehe: Daniel Bahr will und kann zusätzlich aus dem nicht ganz so fernen Arbeitsort Berlin auch den ganzen heimischen Nordrhein-Westfälischen Landesverband organisatorisch-politisch leiten und anführen.
Die dortigen FDP-Delegierten wählen ihn jedenfalls zu ihrem Chef.

Seitdem geht der politische Kampf um und in NRW mit den richtigen Führer erst richtig los, können Unbedarfte meinen. Die FDP-NRW brummt wieder und der frisch gewählte, ausgeruhte und aufgeweckte Hr. Bahr zeigt allen Delegierten, allen FDP-Mitgliedern und den früheren FDP-Wählern, was eine kunstvolle Harke ist, bringt die FDP mit seinen NRW-orientierten Vorschlägen in eine ihnen zustehende Führungsposition. Politische Gelegenheiten gibt es in einem so großen Landesverband ja in rauhen Mengen, z.B. bei der nicht ganz unwichtigen Frage des Laizismus, speziell des kommenden Osterfestes und seiner Auswirkungen auf die Nicht-Katholische Bevölkerung:
"Es kann nicht sein, dass die Minderheit der Leute, die christlichen Glauben aktiv praktiziert, der Mehrheit vorschreibt, wie sie den Tag zu verbringen hat, und ihr durch das Verbot bestimmter Veranstaltungen den Abend vermiest", sagte der Parteivorsitzende. Solche Vorschriften passten "nicht mehr in unsere Zeit und sollten abgeschafft" werden. Quelle
 Es gibt inzwischen Blogger, denen auffällt, das dieses Statement NICHT von den ehemals Liberalen stammt, sondern von deren diktatorischen Gegenpol, den GRÜNEN-NRW und sie erdreisten sich den MdB, Staatssekretär und Landesvorsitzenden an seinen eigenen (Webseiten-)Worten zu messen:
Daniel Bahr bekundet zwar auf seiner Homepage, seine "liberale Motivation war und ist die Freiheit des Bürgers und dessen Bewahrung vor staatlicher Bevormundung", hat sich aber zu der Frage noch nicht geäußert. Auf der Homepage der NRW-FDP findet sich stattdessen eine Stellungnahme des Generalsekretärs Joachim Stamp, der sich strikt gegen das Verkünden von "Maximalpositionen" wendet, aber immerhin offen für "moderate Veränderungen" ist. Er hat auch gleich einen konkreten Vorschlag in petto:
So sei es mit Sicherheit falsch, dass auch für Familien geeignete Kulturprogramme wie etwa Puppenspiele untersagt sind, führte der nordrhein-westfälische FDP-Generalsekretär an.
Kasperlethater am Karfreitag – so viel Freiheit darf es für die FDP schon sein. (Quelle)
 Wohlan, denn FDP-NRW ! Früher stand man vor dem Abgrund. Jetzt geht die FDP-NRW mit neuen, jungen, frischen Kräften vorwärts.
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