Dienstag, 15. März 2011

Radioaktivität in Tokyo und überall!

In Facebook laufen ja einige Diskussionen über die atomaren Aspekte des Beben in Japan am 11.3.11. Manche meinen:
Radioaktivität ist nach einer neuen Explosion ausgetreten und auch schon in Tokio zu messen!
Christian Unger kommentiert das ebenda:
Na toll! Nach dem Sie in einem CT gelegen haben haben Sie auch 25 mSv zusätzlich aufgenommen, und trotzdem fallen Sie nicht tot um! Sie haben nicht mal ein erhöhtes Krebsrisiko! 20 Zigaretten pro Tag und Sie nehmen jährlich 255,5 mSv auf! Darunter viel feines Plutonium! Übrigens: Nur durch Aktivrauchen. Wenn Sie auch noch einen stark rauchenden Partner haben kommen da noch mal ca. 30% oben drauf, raucht der auch viel wären wir bei ca. 330 mSv! Rauchen + 4 CT / a = ca. 430 mSv.
Jetzt hat man einen Spitzenwert von 11.900 µSv/h gemessen. Anderes Vorzeichen. Umgerechnet sind das 11,9 mSv/h. Man muss also über 36 Stunden an der frischen Luft der Höchststrahlung ausgesetzt sein, ohne irgendeinen Schutz, um das selbe Niveau eines Rauchers zu bekommen. Ist man im Haus, geht nur mit Schutz (ideal: feuchtes Tuch vor Mund und Nase) und nur wenn nötig außer Haus, wird dieses Wert vervielfacht, da damit nur ein Bruchteil der radioaktiven Substanzen aufgenommen wird. Solange befindet sich eine Atomwolke aber nur im allerungünstigsten Fall an einem Platz.

Wobei ich gar nicht weiß, wo diese 11.900 µSv/h gemessen wurden. Nördlich von Tokio sind wir derzeit beim "33fachen des normalen". Je nach natürlichem Vorkommen radioaktiver Strahlung liegt der Normalwert bei ca. 1,1 mSv/a, bei uns sind es teilweise bis zu 1,5 mSv/a. Ich rechne mal mit diesem ungünstigstem Wert, 33*1,5 = 49,5 mSv/a. Rauchen+CT sind also um so einiges höher. Eine Atomwolke bleibt nicht so wie es um ein AKW ist, sondern wird deutlich verdünnt. Darum ist der gewählte Evakuierungsradius gut.

Aber: Die Radioaktivität bleibt ja eben kein Jahr an diesem Platz. Wenn wir den Wert einfach mal auf 52 erhöhen und davon ausgehen, dass so eine Woche maximal eine Woche dort bleibt wären wir bei einer zusätzlichen Belastung von 1 mSv/a. Rauchen+CT=430 mSv, Radioaktivität dort 1 mSv. Was ist wohl gefährlicher?

Das ist so typisch deutsch: Man hört das Wort "Radioaktivität" und schiebt sofort eine unglaubliche Panik.
Man möchte noch ergänzen: Die melonigen Genies und ihre Medienunterstützer argumentieren gerne ohne jegliche Zahlenangaben, wenn die Zahlen gegen sie sprechen. Damit verhindern sie beim unbedarften Empfänger ganz "versehentlich", dass deren wilde Behauptungen in einen vernünftigen Zusammenhang gestellt werden können.

Sie verwenden starke Begriffe, die ich im folgenden sammeln werde:
  • "Radioaktivität"
    (siehe oben!)
  • "verstahlt"
  • Verletzte
  • Menschen auf der Flucht
  • Lufthansa fliegt Tokyo wegen radioaktiver Strahlung nicht mehr an! (Nie mehr? Welcher Strahlung? Stimmt die Behauptung überhaupt?)
  • Die atomare Katastrophe in Japan
    (es gibt keine atomare Katastrophe, aber eine Beben/Tsunami-Katastrophe)
  • Rettungseinsatz immer verzweifelter
  • Horror
  • Reaktor explodiert
  • Kostenloser Ökostrom Vergleich
    (Agovis)
  • Betreiber befürchten Explosionen in Reaktor 5 und 6!"
    (sind die nicht abgeschaltet, kalt und aus?)
  • Zoocratic: Es gibt anscheinend keine Pläne, Schwangere und Kinder aus Japan zu evakuieren. 
  • Japan: Verzweifelte Rettungsbemühungen  
  • Fieberhafte Versuche
  • Immer das Gerede von der "emotionalisierten Debatte": es gibt berechtigte Ängste, u. die Lobby will's als Hysterie abtun.
  • ...versuchen verzweifelt ...
  • ... sich aufopfern wollen ...
  • ... die Zeit läuft ab ...
  • Gefahr / Katastrophe / Super-GAU droht
  • ...
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