Samstag, 2. Oktober 2010

Staatliche Gewalt und die staatliche Öffentlichkeitsarbeit

Mancher erinnert sich an den "kürzlich" (40 Jahre) für die USA verlorenen Vietnamkrieg und die Wirkung der Medien auf die nationale amerikanische Innen- und Außenpolitik. Inzwischen hat die politische Führungselite und auch die US-Armee ihre "PR"-Überlegungen und Medienpolitik soweit fortentwickelt, dass sie Dutzende / Hunderte (?) Journalisten einläd, die Aktionen und Reaktionen der regulären US-Armee zu begleiten und direkt aus dem Geschehen weitgehend FREIE Berichte an die eigene Bevölkerung zu versenden. Keine unnötige Geheimnistuerei, kein Verstecken hinter Vorschriften - Transparenz gegenüber der Bevölkerung. Zusätzlich erlaubt die US-Armee zunehmend den einzelnen Soldaten ihre Erlebnisse in die Sozialen Netze einzuspeisen, um auch deren eigene Meinung bei der öffentlichen Meinungsbildung zu berücksichtigen.

Wo steht in der Medienpolitik und die Transparenz staatlichen Handelns in Deutschland heute? Noch in den 1970ern oder ist politische und polizeiliche oder militärische Führung im 21 Jahrhundert näherungsweise angekommen?

Im schönen christlich-liberal regierten Bundesland Hessen hat - dem Vernehmen nach - der FDP-Justizminister und Landesvorsitzende J.U. Hahn den hessischen Polizeibeamten Teilnahme und Veröffentlichungen in den bekannten Sozialen Netzwerken, wie z.B. Twitter oder Facebook, per Verordnung verboten und unter entsprechende Strafen gestellt.

Kontakte mit der Bevölkerung haben ausschließlich über die "Presseabteilungen" zu gehen, die presse-gerecht zubereitete Verlautbarungen abgeben, idealerweise nur an ausgewiesene Journalisten.

"Hessen vorn" ?
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