Donnerstag, 21. Januar 2010

LohnZUSATZkosten - Illusion und Wahrheit

Die FDP legt Wert auf diese Feststellung:
Der Koalitionsvertrag sieht dafür vor, die paritätisch finanzierten Lohnzusatzkosten (Sozialversicherungsbeiträge) unter 40% vom Lohn zu halten.
Setzen wir das ganze in einen Zusammenhang. Ein Arbeitgeber ist in der Lage einen Arbeitsplatz zu besetzen. Mit dem Arbeitnehmer einigt man sich auf ein Lohn "L".

Aus Sicht des Arbeitgebers kommen auf diesen Lohn bzw dieses Gehalt noch die "paritätischen" ZUSÄTZLICHEN Lohnkosten zu, d.h. rund 22% (?). Vom Arbeitnehmer wird (bisher) in gleicher Höhe sogenannte "Sozialbeiträge" einbehalten und vom Arbeitgeber gleich einbehalten und abgeführt. Also sind aus AG -Sicht die Lohnkosten 122% von L.

Aus AN-Sicht wird ihm oder ihr aus dem vermeindlichen Brutto L neben den SozialversicherungsABZÜGEN noch die SteuerABZÜGE einbehalten, also ist das L -22% -X% für Steuern. Nehmen wir NICHT an, dass die Steuern "nur" 50% sind, sondern ganz wenige, ca. 30%, so sind die gesamten Abzüge größer als das Netto verbleibende Gehalt. Muss man dieses Gehalt dann für seine Familie (2 Erw, 3 Kinder) aufteilen, so bleibt von jedem VERDIENTEN Euro nur knapp 10Ct, was nicht wirklich zur Mehrleistung motiviert.

Wie schön, dass die neue Koalition bei "nur" 40% für die Sozialversicherung bleiben will. Von den vor der Wahl angekündigten deutlichen Steuerentlastungen hört und sieht man ja wohl noch bis 2012 nichts. :-(

Die Lüge bleibt bestehen: Der AG muss in Deutschland weiterhin für den Faktor Arbeit deutlich mehr bezahlen ("Kosten"!!), wie oben auf dem Lohnzettel steht. Jede Gehaltserhöhung führt auch dort zu einer deutlichen Steigerung der Kosten, womit sich die Arbeitnehmer bzw. die ja SO sachverständigen Gewerkschaften selbst den Ast absägen, auf dem sie sitzen, an dem sie so sehr hängen.

Eine deutliche Senkung der Sozialversicherungsbeiträge ist dermaßen dringend, eine Klärung, welche Leistungen tatsächlich von Allen getragen werden müssen, welche nur schön und welche echt überflüssig sind, steht noch aus und ist auch nicht absehbar.
Es ist nicht NUR eine wirkliche GESUNDHEITSreform, die fehlt, es ist auch die RENTENversicherung, es ist AUCH die vermeindliche "ArbeitslosenVERSICHERUNG", die Pflegeversicherung etc pp. Eigentlich steht der GANZE Klumpatsch auf äußerst wackeligen Füßen und wird dem Normalbürger, dem Weniger- UND den "Besserverdienenden" in kurzester Zeit um die Ohren fliegen.

Wer wird dann "überrascht" sein?
  • Die aktuelle Opposition, die dieses Schlamassel gewollt, gefordert, mit angerichtet und sich jeglicher Verbesserung verweigert hat? NATÜRLICH!
  • Die Bürger, die diesen sozialistischen Unsinn seit mehrern Dekaden gewollt und gewählt haben, die abgestraft haben, wer mahnend den Finger oder die Stimme erhob und zur Mäßigung rief? NATÜRLICH!
  • Die Rentner, die am Ende ihres guten Lebens die Früchte ihrer jahrzehntelangen (Fehl-)Entscheidungen nicht mehr ernten können. ABER SICHER!
  • Die noch vorhandenen jungen Leute - schon eher: "Ach, DAS sollen wir AUCH noch bezahlen? Und selbst müssen wir uns für uns selbst AUCH noch was aufbauen?" IHR seid die Verarschten, euch wenige bekommen die alten Massen am Arsch, am Hals. Euch greift man in die Brieftasche, bis sie RESTLOS leer ist.
In der völlig unmaßgeblichen Meinung des Autors dieser Zeilen ist die Frage von 40% VÖLLIG IRRELEVANT. Das Thema wäre besser: WAS bekommen wir für den ganzen Zaster heraus? Und da ist die bisherige Antwort: NICHTS. Das heutige Sozialversicherungssystem ist riesiger Mist. Die Selbstverwaltung findet nicht statt. Die Koalitionspartner trauen sich nicht mal leichte Verbesserungen vorzunehmen. Die Medien schreien dagegen. Die Flachpfeiffen von den Gewerkschaften haben sowieso nichts verstanden.

Nur die Uhr tickt.... und die Lage verschlechtert sich.... immer weiter...
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