Freitag, 13. November 2009

Money is a veil - auch in der "Bildung" #UniBrennt

Anlässlich dieses dankenswert klaren und wahren Tweets
Einfach irgendwie mehr Geld in die (Hoch-)Schulen rein, dann kommt mehr Bildung raus
drängt es, mal etwas klar festzustellen: "Geld ist ein Schleier"! Es lenkt davon ab, dass hier mit äußerst unklaren Begriffen wie "Geld" oder "Bildung" geworben, um sich geworfen und faktisch gehandelt wird.

Man versucht den Bürgern einzureden oder glauben zu machen, dass mit "GELD" als Allheilmittel alles Böse der Welt verhindert und alles Gute erreicht wird. Man erwähnt nicht, dass
  • die Gelder, die für einen Zweck fließen, an einer anderen Stelle nicht eingesetzt werden können (Opportunitätskosten)
  • die Gelder irgendwoher stammen, erst erlangt werden müssen, bevor sie "ausgegeben" werden können.
  • für die Verwaltung der Gelder selbst wieder umfangreiche Kosten anfallen, also das mehrfache erst bei irgendwem einkassiert werden muss
  • dass gesetzliche Regelungen einen Großteil der eingesetzten Gelder binden, ohne dass sie gezielt für Bildung eingesetzt werden können.
Man drückt sich auch und vor allem um die klare Definition der Begriffe "Bildung" und belässt "die Bildung" in einer unscharfen Beliebigkeitswolke, die jedem Zuhörer erlaubt, sich darunter vorzustellen, was er/sie will. Ist "Bildung" das Endziel oder der Weg zum Wohlstand unserer Gesellschaft. Ist Bildung etwas individuelles oder etwas gesellschaftliches? Wieviele Lehrer, wieviele Schüler und Studenten sind in der Lage, "Bildung" zu produzieren? Welche Bildung wird heute und morgen gebraucht? Wie erhält man vorhande Bildung bei dem andauernden, schnellen Fortschritt? Wer ist dafür verantwortlich, dass Bildung definiert wird, wie man sie misst, wie man sie schafft, erhält, pflegt, weiterentwickelt. Gibt es die "klassische Bildung", die "andere Bildung"? Brauchen wir mehr Naturwissenschaftlicher oder mehr Soziologen? Mehr Handwerker oder mehr Akademiker? Mehr Musiker, Philosophen oder Mechatroniker und Test-Spezialisten? Was ist mit unabgestimmten Studiengängen und Lehrplänen, mit überbürokratischen Schul- und Prüfungsämtern, mit unnahbaren Lehrern und Professoren? Was wird mit dem staatlichen Bildungsmonopol und privaten Konkurrenten (Privat-Schulen und -Universitäten?

Egal - Wir wollen mehr Bildung!
Das ist genauso einleuchtend, wie simpel und dumm.

So werden bei vielen unklare, aber hohe Erwartungen geweckt, die in der Realität niemals zu halten sind. So werden auch Erwartungen enttäuscht, die durchaus zu halten wären, wenn man nicht per Gießkanne, sondern gezielt handeln würde. So wird die falsche Hoffnung genährt, das Geld käme schon aus dem Nichts, jedenfalls müsste sich der Einzelne keine Gedanken darum machen, dass er/sie die Bildung bzw deren Ausgaben bezahlen muss.

Die eigentlichen Bildungsprobleme und deren Ursachen werden damit überhaupt nicht angesprochen, sondern bleiben weiterhin "unter dem Radarschirm", ausserhalb der Diskussion. Somit kann es ohne eine Ursachenanalyse zu keinerlei nachhaltigen Verbesserung kommen, selbst wenn sämtliche "Gelder" verdoppelt oder vervierfacht würden, weil die vorhandenen riesigen Geldmengen bereits jetzt verpuffen und verschwendet werden. Die bisherigen Nutznießer würden lediglich noch mehr Geld verschwenden, die Bildung oder die Bevölkerung würde davon nicht mehr profitieren.

Nur immer: "Weiter so!" (eingetr. Warenzeichen der CDU/CSU)
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