Dienstag, 23. Juni 2009

Menschliches Desaster für das #SPD-geführte Finanzministerium

Die Süddeutsche schreibt über die Ergebnisse des Untersuchungsausschusses zur Hypo Real Estate (HRE).
In Berlin war viel über die Lage bei der Hypo Real Estate bekannt. Das Finanzministerium hat aber das Wissen bei der Rettung nicht genutzt.
Diese Situation ist in vielen großen Unternehmen, Organisationen und Behörden so: Es gibt durchaus die notwendigen Informationen im Hause. Sie werden gegebenfalls auch von den richtigen Leuten rechtzeitig in die richtigen Kanäle gegeben. "Oben" kommen sie nicht an, sagen die von "Oben"!

Man könnte sich jetzt mal fragen: WARUM

Die Frage nach dem "warum" ist politisch korrekt. Sie soll zeigen, dass man sich für die Umstände interessiert, wie es dazu kam. Man hat Verständnis, man sucht ja keine Schuldigen, sondern ist nur an "der Sache" interessiert. Man kann mit dem Wissen der Vergangenheit die kommende Zukunft gestalten, usw. usw.

Man könnte sich andererseits auch fragen, ob es nicht egal ist, "warum" etwas passiert ist (weil es ist ja in der Vergangenheit passiert), sondern, dass egal was passiert ist, "die da oben" die für die Übernahme der ja so hohen, so schweren Verantwortung so unglaublich gut bezahlt wurden. Es ist in diesem Bild auch egal unter welchen Umständen oder mit welchen Zielen die Informationen von unten nach oben versickert sind. Tatsache bleibt, dass "die da Oben" für die richtige und rechtzeitige Information verantwortlich waren und sind. Es muss "uns" nicht kümmern, wie "die da oben" dafür sorgen, dass sie selbst über alle notwendigen und wichtigen Informationen verfügen. Das kann und muss sich jeder "da oben" selbst ausdenken und selbst einrichten, denn ER (oder SIE) trägt halt die Verantwortung und sie trägt sie ALLEIN.

In vielen Fällen werden "die dazwischen" von "denen da oben" so dressiert und angeführt, dass klar wird ("Klar?" - "Kristallklar!!", aus: "Eine Frage der Ehre"), dass "oben" gar nicht wirklich informiert werden WILL. Dazu braucht es keinen Aktenvermerk, keine E-Mail und keinen Eintrag in die Personalakte - mithin nichts schriftliches, was später mal z.B. ein Untersuchungsausschuß oder ein Gericht gegen einen verwenden könnte. Da genügt ein Stirnrunzeln, ein Schulterzucken, um die abhängigen "Untergebenen" entsprechend auszurichten.

Auf der anderen Seite werden, "die dazwischen" genau dafür bezahlt: ihren Schnabel wegen Gefahren und Risiken aufzumachen, auch wenn der Vorstand oder der Staatssekretär das jetzt grad mal nicht hören will. Klar ist das schwierig, klar ist das gefährlich. Jetzt muss man nur gekonnt dafür sorgen, dass man sich exkulpiert. Das kann vielleicht nicht jeder, aber wer es noch nicht kann, sollte es schnell lernen. Und "die da oben" sollten schnell dafür sorgen, dass das Management es schnell lernt, dem (Karstadt-, HRE-, Finanzministeriums-) Vorstand DOCH zu sagen, wo es demnächst absehbar "klemmt" und vielleicht sogar einen paar Handlungsalternativen mitzuliefern, "wie wir aus dieser Sch**** wieder halbwegs heil rauskommen".

Auch dafür braucht es keinen Schuldigen, sondern Zivilcourage und Rückrat - was wohl gerade in DE nicht "in Mode" ist. Der Erfolg würde sich einstellen, indem man weniger Fehler macht, oder in dem Fehler so klein bleiben, dass man sie leichter unter den Teppich kehren kann. Manchmal kann man sich sogar damit brüsten: "meine Leute haben´s rechtzeitig gemerkt, wir haben alle gemeinsam gegengesteuert und zusammen wir haben´s gerettet!"

Wie schön wäre das gewesen, wenn diese Philosopie oder Führung oder Kultur durch das Finanzministerium und/oder die BaFin wehen würde. Wieviele Milliarden Euro hätte dies gespart?
Was wurde geschworen: "Den Nutzen des deutschen Volkes zu mehren und Schaden von im abwenden" ? DIE nicht!
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