Sonntag, 18. Januar 2009

@Twitter im Hessischen Wahlkampf 2009 - ein Resumé

TSG hat einen Twitter-Account, er ist auch in Facebook und StudiVZ (ist er noch Student?)... RoKo hat keines davon, er lässt die Parteijugend im Webcamp09 spielen. Die Grünen blubbern vor sich hin. Die FDP machte leider garnichts. Wo bleibt dann RoKo? Warum kommt nicht Jörg-Uwe Hahn?

Nach einem kurzen, intensiven Wahlkampf im kalten Winter 2008/2009 ist die Frage: "Was hat's gebracht?" Um dies zu beantworten, muss man wohl mal überlegen "was kam rüber" ?

M. E. wurden meist räumliche Statements abgegeben, a la "ich fahre jetzt zum Wahlkampfveranstaltung in X", "bin in X angekommen", "freundlicher Empfang, nette Rede, Alle klatschen", "es ist kalt am Stand". Politische Statements waren selten, meist ich-bezogen, egozentrisch, extrovertiert. Bilaterale Diskussionen sind möglich, aber recht selten.

Realita ist es wie im Real-Live - einen Professor haut man nicht mal eben so an, eine Celebrety wird überrannt, ein Politiker wird von hunderten von Leuten "angesprochen" - es ist keine Kommunikation unter "Gleichen". Auch beim Twitter sind die Leute nicht gleich "und das ist gut so"!?

Zu TSG kann man wohl sagen, dass die jeweiligen Anwender des Internetwerkzeugs sich geschmeichelt führen, wenn sich ein (Spitzen-)Kandidat im gleichen Medium bewegt, sich in gewissen Rahmen öffnet und sichtbar / durchsichtig macht, mit dem Medium ringt, die gleichen Probleme mit dem Medium hat, z.B. "wie generiere ich interessanten Content, dass ich wahrgenommen werde". Vielleicht gefällt auch, dass man sich vermeindlich auf gleicher Ebene bewegt, direkte Kommunikation (theoretisch) möglich ist.

TSG hat durch seinen Dienstleister sicher in ein gemachtes Bett legen können, technisch war alles eingerichtet - es hing am Inhalt und der kam m.E. nicht bei. Twittern kann man nicht delegieren, daran krankte auch der CDU-Ansatz mit dem Webcamp09. Dort waren die Entscheidungsträger nur zu Besuch. Es hat noch keine Prioritäten bei den wahren (Meinungs-)Führern. Die verfügbare Zeit ist zu begrenzt, um den physisch-physikalisch Anwesendenen den virtuellen Followern vorzuziehen. TSG folgen heute aktuell ca 1700 Leute, bestimmt lesen ihn undokumentiert noch mehr mit.

TSG folgt 1600 Personen? Was muss in diesem Konto los sein? Da kann doch keiner mehr mit umgehen?! Wenn man arbeitslos zuhause sitzt, kann man damit vielleicht was machen, das beschreibt aber keinen Intensiv-Kurzwahlkämpfer, wie den bisher unbekannten SPD-Spitzenkandidaten.
Andererseits spricht auch gegen eine Publikation, dass der politische Gegner mitliest - sich über die eigenen Schritte und Überlegungen in Ruhe wappnen und ausrichten kann. Warum sollte man dem Wettbewerber unnötige Vorteile einräumen? So bleibt auch im Wahlkampf2009 erstmal alles beim Alten, die wirklich interessanten Informationen bekommen nur wenige über intransparente Wege, denn Wissen ist nochimmer Macht und die wird freiwillig nicht ver- oder geteilt. Dass man durch das Teilen von Wissen auch Macht und Einfluss gewinnen kann, ist bei den "etablierten" Parteien noch nicht durchgesickert / angekommen.

Für mich ist das Ergebnis: SO durchgeführt hat der Internetwahlkampf kaum etwas bewegt. Wie sehen Sie das?
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